Neuralink: Elon Musks Gehirn-Inteface lässt einen Affen Pong spielen

Von Witold Pryjda am 09.04.2021 10:43 Uhr
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Die Verbindung zwischen Gehirn und Technik beflügelt schon lange die Phantasien der Menschen, große Teile des Science-Fiction-Genres Cyberpunk basieren auf dieser Idee. Elon Musks Unternehmen Neuralink will solche Gehirn-Interfaces in die Praxis umsetzen und zeigt nun einen ersten Erfolg.

Neuralink ist eines der vielen Unternehmen, bei denen Elon Musk seine Finger im Spiel hat. In diesem Fall ist der Tesla- und SpaceX-Chef Co-Gründer und auch CEO. Das Projekt, das die Interaktion mit Technik direkt über das Gehirn ermöglichen will, ist allerdings nicht unumstritten. So kritisieren einerseits Tierschützer die Experimente der Neuralink-Forscher, denn um das System zu testen, werden Schweinen und Affen Chips ins Gehirn implantiert.

Andererseits bezeichnen viele Wissenschaftler, die sich schon länger mit dem Thema beschäftigen, Elon Musks Ausführungen dazu und Neuralink im Allgemeinen als "unseriösen Hype". Davon lässt sich Musk aber sicherlich nicht beeindrucken und lässt seine Forscher und Entwickler an der praktischen Umsetzung arbeiten.

Nun Hat Neuralink ein Video sowie einen Blogbeitrag veröffentlicht, in dem man Kritiker zum Verstummen bringen will - zumindest in der Forschung, denn Tierschützer wird es wohl kaum besänftigen können. Zu sehen ist darin ein Makake namens Pager, dem vor etwa sechs Wochen in beide Gehirnhälften ein Neuralink-Interface implantiert wurde.

Pager spielt Pong

Pager hat in weiterer Folge gelernt, wie man per Joystick einen Computer steuert (dafür wird er aus einem "Strohhalm" mit einem Bananen-Smoothie belohnt). Der Joystick dient jedoch im Prinzip nur zum Kalibrieren, denn nach einigen Minuten wird dieser deaktiviert bzw. abgehängt. Der Affe bewegt diesen zunächst zwar nach wie vor, steuert den Computer aber ausschließlich per Gehirn.

Nach einiger Zeit wird der komplette Joystick entfernt, Pager steuert alles nur noch per Gehirn - also ohne die Impulse der Bewegung der Hand. Die Wissenschaftler wechseln hier auch die Disziplin, denn der Affe interagiert auf diese Weise mit dem Gaming-Urgestein Pong. Dabei wird auch die Schwierigkeit immer wieder erhöht, Pager spielt "MindPong" in beeindruckender Genauigkeit - und eben nur mithilfe der Dekodierung elektrischer Signale im Gehirn.
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