Sony ZV-1: So lustlos kann man an der Zielgruppe vorbei entwickeln

Von Christian Kahle am 20.07.2020 17:15 Uhr
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Es müssen nicht immer DSLRs oder DSLMs sein: Sony will zeigen, dass man auch Kompaktkameras bauen kann, mit denen sich Video-Pro­du­zen­ten anfreunden können. Die Kollegen von ValueTech sind da natürlich die perfekte Zielgruppe - nur dass sie nach einem Test der Sony ZV-1 nicht besonders begeistert klingen.

Im Grunde handelt es sich bei dem Produkt um eine Weiterentwicklung der bestehenden High End-Kompaktkameras für die Video-Freunde. Das Gerät soll dabei Video-Blogger und YouTuber ansprechen, die gern eine gut funktionierende Kamera dabei haben, die nicht so viel Raum einnimmt wie eine DSLR, aber trotzdem wesentlich mehr als das Smartphone bietet. Und hier kann die ZV-1 durchaus an vielen Stellen gute Ergebnisse bringen.

Sony kennt die Zielgruppe nicht

Es gibt aber auch viele Stellen, an denen man merkt, dass die Entwickler bei Sony sich nur bedingt mit der ganzen Sache beschäftigt haben. Das zeigt sich beispielsweise an der Tatsache, dass die Brennweite einfach von den anderen Modellen übernommen wurde und für den speziellen Bereich zu groß ist. Die typischen Aufnahmen des Protagonisten, der die Kamera im "Selfie-Modus" am ausgestreckten Arm hält, sind hier nur recht bedingt möglich - es sei denn, man verfügt über unnormal lange Arme.

Die Ignoranz gegenüber den Nutzungsgewohnheiten der Zielgruppe setzt sich am Display fort. Warum man die modernen Video-User ansprechen will und dann ein 3:4-Panel einbaut, bei dem sich die Touch-Bedienung auf zwei Basis-Funktionen beschränkt, bleibt wohl ein Geheimnis Sonys. Für eine Kamera zum Preis von deutlich über 700 Euro könnte man eindeutig mehr erwarten.

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