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So klingt der Marswind: Nasa-Sonde liefert einzigartigen Eindruck

Von John Woll am 11.12.2018 14:16 Uhr
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Wenn man über Weltraumsonden spricht, denken wohl viele vor allem an spektakuläre Bilder von fremden Welten. Die neueste Marssonde InSight hat jetzt nach ihrer Landung auf dem Mars aber einen etwas anderen Eindruck eingefangen. Die Instrumente an Bord erlaubten die Aufzeichnung des Klangs der Marswinde, die um die Sonde fegten.

So hört sich unser Nachbarplanet an

Mit Insight hat die Nasa vor wenigen Tagen ihre neueste Mission auf dem Mars gelandet, die Sonde wird an ihrem Standort verbleiben und verschiedenste Messinstrumente auf dem Marsboden absetzen. Bevor allerdings mit dem komplizierten Aufbau der Experimente begonnen werden kann - dies wird laut Nasa Monate dauern - hat die Sonde jetzt schon einmal einen ersten ausführlichen Datensatz zur Erde übermittelt. Das Spannende: Aus diesen Daten lassen sich die Geräusche des Windes auf dem roten Planeten berechnen.

Wie die Nasa ausführt, sorgten die leichten Winde für eine minimale Vibration der Solarpanele des Landers. Genau diese Schwingungen konnten von gleich zwei der hochsensiblen Instrumente registriert und aufgezeichnet werden. Zunächst war es gelungen, die Geräusche mit einem Sensor zur Ermittlung des Atmosphärendrucks direkt aufzuzeichnen, das hochempfindliche Seismometer konnte diese Ergebnisse dann bestätigen.

Die Aufzeichnung lässt ein sehr tiefes Brummen vernehmen, das durch den 16 bis 25 Kilometer pro Stunde schnellen Wind entsteht, der über die Solarpanele fegt. Erst in der Nachbearbeitung kann diese Frequenz für das menschliche Gehör besser wahrnehmbar gemacht werden. Die Nasa stellt aber für jedermann frei zugänglich auch die Rohdaten bereit.


Ein ungeplanter Zufall

Die Nasa zeigt sich dabei von den Ergebnissen selbst überrascht. Wie Bruce Banerdt, Insight-Forschungsleiter am Jet Propulsion Laboratory der NASA, mitteilt, habe die Aufzeichnung nicht zu den geplanten Aktivitäten gehört sondern sei mehr oder weniger zufällig entstanden. InSight soll eigentlich Marsbeben mit einer sehr hohen Genauigkeit analysieren, "da ist es natürlich, dass Bewegungen durch Schallwellen dazugehören", so Banerdt.

Die Forscher nutzen die kleinen Vibrationen durch den Marswind jetzt auch dazu, um sich auf die eigentliche Mission vorzubereiten. Der Seismograph von InSigth wird auf dem Marsboden abgesetzt werden, um dann Bewegungen im Inneren des Planeten zu messen. Dann müssen aber alle Umgebungsbewegungen herausgerechnet werden können. Die ausführliche Analyse dieser Werte hat jetzt auch den Marswind in den Fokus gerückt.
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