AVG produziert kalkulierten Skandal um Daten seiner Nutzer

Von Christian Kahle am 18.09.2015 17:15 Uhr
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Malware 2014
Infografik: Malware 2014

Das Security-Unternehmen AVG hat einen kalkulierten Skandal produziert. Die Firma erklärt ihren Nutzern jetzt: Ja, wir geben eure Daten weiter, um damit Geld zu verdienen. Entsprechend aufgeregt ist das Feedback - dabei hat sich inhaltlich in der Neufassung der Datenschutz-Informationen nicht viel geändert.

Das Unternehmen veröffentlichte jetzt nicht nur einen überarbeiteten Text, in dem die Nutzer von AVG-Software darüber informiert werden, welche Daten das Unternehmen sammelt und was damit geschieht. In einem Video zeigt die Firma auch auf lockere und sehr allgemeinverständliche Art wieder, womit die Anwender zu rechnen haben, wenn sie ein Produkt von AVG verwenden.

Betrachtet man den gesamten Vorgang, hat man sich bei dem Unternehmen wohl ziemlich klar überlegt, was man da tut. Und es ist genau das eingetreten, was zu erwarten war. Viele Medien versuchen Klicks mit skandalträchtigen Überschriften zu sammeln und auf Reddit tobt der Zorn der Internet-Community. In zahlreichen Beiträgen regen sich die Nutzer fürchterlich auf und kündigen (wie gewohnt) an, unverzüglich zu anderen Anbietern zu wechseln.

In der neuen Privacy Policy führt AVG aus, dass eine ganze Reihe von Daten von den Kunden gesammelt werden: Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Nummern von SIM-Karten, IP-Adressen, Standorte, Geräte-IDs und Informationen zum Zahlungsverkehr. Aber auch Informationen zum Nutzungsverhalten erfasst man, indem beispielsweise der Verlauf der Browser, Suchanfragen und verschiedene Meta-Daten ausgewertet werden.

Dies begründet das Unternehmen damit, dass es vor allem darum geht, die eigenen Produkte besser auf die Bedürfnisse der Kunden zuzuschneiden. Teilweise werden, so informiert die Firma, aber auch Daten an Dritte weitergegeben. Dies erfolge allerdings komplett anonymisiert und in nahezu allen Fällen dort, wo Nutzern Produkte des Unternehmens kostenlos zur Verfügung gestellt werden und eben auf anderem Weg finanziert werden müssen.

Bei genauer Betrachtung tut AVG hier also nichts anderes, als nahezu jedes andere IT-Unternehmen auch - nur dass die entsprechenden Informationen von diesen unter besser klingenden Formulierungen und oft inmitten seitenlanger Ausführungen in juristischer Sprache versteckt werden. Der einzige Vorwurf, den man dem Unternehmen somit machen kann: Es wird bei der Information der Nutzer zu deutlich und holt diese ein Stück weit aus der Komfortzone, in der theoretisch jeder weiß, dass Daten verarbeitet werden, dies aber so gut es geht ignoriert.

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