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USA: Rotes Kreuz alarmiert Technik-Bastler zur Katastrophenhilfe

Von Christian Kahle am 27.09.2017 11:28 Uhr
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So mancher Bastler, der mit Leidenschaft an scheinbar alten Technologien festhält, wird teils zwar für seine Fähigkeiten bewundert, oft genug aber vor allem belächelt. Vorfälle wie Naturkatastrophen können aber schnell dafür sorgen, dass die so bewahrten Kenntnisse dringend gebraucht werden.

Funkwellen-Spektrum

Das zeigt sich aktuell beispielsweise anhand der letzten schweren Stürme, die in den vergangenen Wochen durch die Karibik tobten. In Puerto Rico ist von der normalen Mobilfunk-Infrastruktur, an die wir uns inzwischen völlig gewöhnt haben, nicht mehr viel übrig. Da eine funktionierende Kommunikation aber zwingend notwendig ist, um effektive Hilfsmaßnahmen zu organisieren, greift man nun auf die technische Reserve der Hobby-Funker zurück.

Im Konkreten hat das Amerikanische Rote Kreuz eine offizielle Hilfsanfrage an die ARRL, den Amateurfunker-Verband der USA, gestellt. Dringend gesucht werden in den USA nun 50 Amateurfunker, die in den kommenden Tagen mit ihrem Equipment nach Puerto Rico geflogen werden können und dort kurzfristig dafür sorgen, dass die Hilfskräfte in den einzelnen Regionen untereinander und mit den jeweiligen zentralen Koordinationsstellen vernetzt werden.

Haste mal drei Wochen?

Die passenden Leute dafür zu finden ist nicht gänzlich problemlos, denn es gibt trotz der Dringlichkeit verschiedene Voraussetzungen, die das Rote Kreuz an Freiwillige stellt. Das ist auch notwendig, damit diese letztlich auch wirklich eine Hilfe und nicht noch eine zusätzliche Last werden. Potenzielle Helfer müssen daher einen kurzen Hintergrund-Check durchlaufen und erhalten per Crash-Kurs auch eine Grundausbildung in der Katastrophen-Hilfe. Ansonsten kommt das Rote Kreuz für nahezu alle Kosten auf - man sollte nur spontan drei Wochen Zeit mitbringen können.

Amateurfunker sind in einer solchen Situation natürlich eine hervorragende Wahl. Denn sie arbeiten in der Regel mit Funksystemen, die sich technisch schon seit Jahrzehnten bewährt haben. Weiterhin können sie über sehr große Entfernungen kommunizieren und verfügen meist auch über das technische Wissen, ihre Funkanlagen bei auftretenden Problemen auch provisorisch wieder in Aktion zu bringen.

Zwischen den Amateurfunkern der USA und dem Amerikanischen Roten Kreuz gibt es im Grunde schon seit 50 Jahren eine Partnerschaft. "Das ist aber das erste Mal, dass ein Hilfegesuch in einem solchen Umfang gestellt wird", teilte die ARRL mit.

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