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Größter Drogen-Anbieter von AlphaBay enttarnt und ausgehoben

Von Christian Kahle am 22.08.2017 14:33 Uhr
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Einer der größten Drogen-Händler auf den Darknet-Plattformen Silk Road und AlphaBay soll von US-Behörden enttarnt worden sein. In Kalifornien gab es im Zusammenhang damit sechs Festnahmen. Die Verdächtigen sollen mit ihrem Versandhandel einen Umsatz von rund 7 Millionen Dollar gemacht haben.

Medizinische Wirkung von Drogen

Laut einer Klageschrift, die dieser Tage bei einem Bundesgericht in Kalifornien eingereicht wurde, hätten die fünf Männer und eine Frau unter dem Account "HumboldtFarms" agiert. Einer der Beteiligten soll bereits früher auf dem Silk Road-Portal, das im Jahr 2013 geschlossen wurde, unter dem Namen "PureFireMeds" aktiv gewesen sein.

Gemeinsam konnte die Gruppe in der letzten Zeit zu einem der größten Anbieter auf AlphaBay aufsteigen. Die Plattform wurde aber kürzlich ebenfalls von den Behörden stillgelegt. Allerdings hatten die Ermittler schon zuvor wichtige Beweise gegen die fragliche Gruppe zusammengetragen und waren nicht mehr auf die Informationen von den AlphaBay-Servern angewiesen.

Lange, tiefgehende Ermittlungen nötig

Einen der Beteiligten, der als PureFireMeds bei SilkRoad aktiv war, hatten Ermittler schon ziemlich lange im Visier. Allerdings schaffte man es nie, ausreichend belastbare Beweise zusammenzutragen, um ihn voll zur Verantwortung ziehen zu können. Daher übten sich die Beamten in Geduld. Selbst dann, als schon ziemlich eindeutige Indizien dafür vorlagen, dass der Mann mit Drogen handelt. Als er von einer Karibik-Kreuzfahrt heimkehrte, gab es an der Grenze eine Durchsuchung seines Mobiltelefons. Hier fand man Fotos diverser illegaler Substanzen und eine SMS aus dem Sommer 2014, in der einer anderen Person erklärt wurde: "Regel 101 im Drogenhandel: Sei nicht so verdammt fies zu den Leuten."

Es bedurfte aber noch einer umfangreichen Observierung, des Einsatzes von GPS-Trackern an Fahrzeugen und der Öffnung frisch zum Versand abgelieferter Pakete, um ausreichend Belege für die Aktivitäten der Gruppe zusammenzutragen. So wurde unter anderem ein Lagerhaus in Los Angeles entdeckt, in dem doppelt so viel Strom verbraucht wurde wie in einem größeren Supermarkt. Hier fand man dann wie vermutet eine größere Anlage für den Hanfanbau. Einer der Angeklagten betrieb auch einen durchaus legalen Vertrieb von medizinischem Marijuana. Dieser wurde letztlich genutzt, um die Gelder aus dem illegalen Geschäft zu waschen.
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