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Erstes Verbot von "EU-Roaming"-Aufschlägen in Österreich

Von Nadine Juliana Dressler am 03.08.2017 07:50 Uhr
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In Österreich ist der staatliche Telekomregulator RTR erstmals gegen Extragebühren für Datenroaming innerhalb der EU vorgegangen. RTR untersagt der T-Mobile-Tochter Telering die Erhebung eines Aufschlags in den Tarifen "Passt! Pur Mini EU", "Passt! Pur Maxi EU", "Passt! Plus Mini EU" und "Passt! Plus Maxi EU".

Mitte Juli hatte die zuständige Aufsichtsbehörde angekündigt, ein offizielles Ermittlungsverfahren einzuleiten. Nun steht die Entscheidung: Das Angebot der "Passt!"-Tarife der österreichischen T-Mobile-Tochterfirma Telering ist nach der neuen EU-Richtlinie zum Roaming nicht zulässig. Telering hat in den Tarife "Passt! Pur Mini EU", "Passt! Pur Maxi EU", "Passt! Plus Mini EU" und "Passt! Plus Maxi EU" für ein Zusatz-Entgelt das Datenroaming mit freigegeben, womit diese EU-Tarife teurer sind, als ihre nationalen Angebote mit ansonsten gleichen Tarifmerkmalen was inkludierte Minuten, SMS und Daten betrifft, erklärt RTR.

Aufschläge sind verboten

"Diese Vorgangsweise von Telering verstößt gegen die Roaming-Verordnung. Seit 15. Juni 2017 sind solche Aufschläge verboten", unterstreicht die Behörde nun die Entscheidung in der öffentlichen Bekanntgabe.

Andere Anbieter gehen etwas geschickter mit der EU-Politik um. Auch hierzulande gibt es beispielsweise Angebote, bei denen zwischen Tarifen unterschieden wird, die eine Nutzung nur um Inland oder auch im Ausland erlauben.

Wildwuchs bei den Angeboten

Bei der Drillisch-Marke DeutschlandSIM werden beispielsweise entsprechende Unterscheidungen vorgenommen, wobei die internationalen Tarife mit weniger Datenvolumen deutlich teurer sind, als die nationalen Tarife, die mehr Daten vorhalten. Somit handelt es sich offiziell nicht um gleiche Tarife, die sich nur im streitbaren Detail unterscheiden.

In Österreich muss Telering nun nach der Entscheidung des Telekomregulators Kunden, die einen Tarif mit dem Aufschlag von 3 Euro im Monat für das Datenroaming abgeschlossen haben, zurückzahlen. Kunden müssen sich mit ihren Ansprüchen aber aktiv an das Unternehmen wenden, erklärte die Behörde.

Siehe auch: Verbraucherzentrale: Roaming-Aus führt zu neuen Tricks der Anbieter
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