iPhone "Made in America": Foxconn plant nun doch US-Expansion

Von Nadine Juliana Dressler am 01.05.2017 12:52 Uhr
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Der Taiwanesische Elektronik-Riese Foxconn, unter anderem Auftragsfertiger für Apple iPhones, hat angekündigt, dass man nun Gespräche mit der US-Regierung über Groß-Investments gestartet hat. Zuvor hatte Foxconn immer einmal wieder durchsickern lassen, dass die USA als Produktionsstandort wenig attraktiv seien.

Stattdessen wollte Foxconn nur über eine Erweiterung seiner Fertigung in den USA nachdenken, wenn man auch entsprechend lukrative Hilfen bei der Ansiedlung neuer Fabriken erhalte und von entlastenden Steuerprogrammen partizipieren könne. Genau das scheint nun Medienberichten zufolge Realität zu werden. Die US-Regierung soll auf Foxconn zugehen und Eingeständnisse machen. Im Gegenzug will das aus Taiwan stammende und besonders in China tätige Unternehmen langfristige Garantien für Fabriken abgeben.

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Produktionen zurückholen

Seit Monaten - genauer gesagt seit der jetzige US-Präsident Donald Trump im letzten Jahr seine Forderungen nach der Rückholung der Produktion an amerikanische Unternehmen wie Apple richtete - gibt es Gerüchte über eine iPhone-Fabrik direkt in den USA. Apple baut seit einigen Jahren den Mac Pro wieder in den USA zusammen, was sich bislang allerdings nicht als besonders gutes Geschäft für Apple erwiesen hat. Im November gab es dann Gerüchte, dass Apple in Verhandlungen mit seinen Partnern stünde, nun auch die iPhone-Produktion zumindest in ersten Schritten in die "USA zurückzuholen".

Nun stehen die Zeichen gut für eine realistische Chance, dass das iPhone künftig ein "Made in America"-Label tragen könnte. Allerdings kann man davon ausgehen, dass Foxconn anders als in China nicht massenhaft Arbeitsplätze schaffen wird. Fabriken mit mehreren Hundertausend Arbeitern wird es in den USA nicht geben. Foxconn hatte schon mehrfach betont, in China nur auf menschliche Arbeitskraft zu setzen, da sie in China für Foxconn billiger kommt als der Einsatz von Robotern. In den USA ist das deutlich anders.

Wenig Attraktivität

Terry Gou, Chef des Foxconn-Mutterkonzerns, hatte dabei erst im März seine Meinung bekräftigt, dass für seinen Konzern eine USA-iPhone-Fabrik wenig Attraktivität besitze. Seine Äußerung über klare Zweifel an einer solchen Fabrik gegenüber Politikern im März, als er in Washington zu Besuch war, werden nun als eine Art Poker-Spiel gewertet. Nur auf Wunsch von Apple habe Gou überhaupt den Bau eines großen Display-Werkes in den USA prüfen lassen.

Der Start der offiziellen Gespräche mit der US-Regierung wird nun als ein positives Zeichen gewertet. Kritiker meinen, dass Foxconn der US-Regierung nun die Pistole auf die Brust setzt, indem man den Start der Verhandlungen öffentlich gemacht hat. Die Trump-Regierung müsse nun zeigen, wie ernst ihnen die Ansiedlung und ihr "Make America Great Again" wirklich ist.

Siehe auch: Undercover-Bericht: Für 400€ zehn Stunden am Tag in der iPhone-Fabrik

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