Roaming-Aus im Juni ist in trockenen Tüchern - EU-Parlament sagt ja

Von Christian Kahle am 06.04.2017 15:33 Uhr
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Das Ende der Roaming-Gebühren für die europäischen Mobilfunknutzer ist in trockenen Tüchern. Auch das Europäische Parlament hat der neuen Verordnung nun zugestimmt, die von der EU-Kommission ausgearbeitet wurde. Damit kann diese nun wie geplant Mitte Juni und damit zum Beginn der Urlaubs-Saison in die Umsetzung gehen.

Im Konkreten bedeutet dies, dass die maximalen Kosten, die Mobilfunker von ihren Kunden verlangen, noch einmal ordentlich nach unten gedrückt werden. Dies stellte offenbar die einfachste Möglichkeit dar, die Abschaffung von Roaming-Aufschlägen umzusetzen. Das kann nun im Einzelfall aber auch bedeuten, dass insbesondere Nutzer aus teuren Mobilfunkmärkten wie Deutschland bei Reisen im Ausland weniger bezahlen müssen als zu Hause.

Das betrifft beispielsweise den Versand von SMS. Wenn man nun beispielsweise in den Sommerferien Strandurlaub in Spanien macht und nicht ohnehin über einen Pauschaltarif verfügt, wird man von der Reise nun SMS für maximal 1 Cent das Stück an Kontakte senden können. Die einzelne Nachricht ist in der Heimat hingegen oft wesentlich höher bepreist. Bei Anrufen liegen die Obergrenzen nun bei 3,2 Cent pro Minute. Das sind auch die maximalen Preise, die die beteiligten Netzbetreiber untereinander berechnen dürfen.

Daten-Preise sinken nur schrittweise

Die Nutzung von Datenverbindungen im Ausland wird in der kommenden Zeit weiterhin schrittweise angepasst. Ab Mitte Juni dürfen hier noch Gebühren in Höhe von 7,70 Euro pro Gigabyte erhoben werden. Bis 2022 soll dieser Wert dann stufenweise auf 2,50 Euro sinken.

In der neuen Verordnung wird den Mobilfunkbetreibern die Möglichkeit zugestanden, eine Missbrauchsklausel in die Verträge aufzunehmen. Mit dieser soll es verhindert werden, dass sich beispielsweise ein deutscher Nutzer einen billigen Vertrag bei günstigen Netzbetreibern im Ausland holt und diesen dann Zuhause verwendet. Das sollte ursprünglich umgesetzt werden, indem die Roaming-Kosten nur an maximal 90 Tagen im Jahr wegfallen - davon wurde inzwischen aber wieder Abstand genommen.
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