Arbeitsspeicher-Preis auf 18-Monats-Hoch - Tendenz weiter steigend

Von Christian Kahle am 03.02.2017 17:38 Uhr
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Die Preise für Arbeitsspeicher sind in den letzten Wochen auf neue Höchstwerte geklettert. Das gilt zumindest für die Kurse, nach denen die Chips von den Produzenten an die Großabnehmer abgegeben werden. Und ändern wird sich an der Situation wohl so schnell auch nichts.

Für DDR4-Chips mit 4 Gigabit Kapazität, der aktuellen Referenz auf dem Großmarkt, liegt der Kurs aktuell bei 3,347 Dollar, teilten die Marktforscher von DRAMeXchange mit. Das ist der höchste Preis, der in den vergangenen 18 Monaten verzeichnet worden ist. Zuletzt wurde am 30. Juli 2015 ein Kurs verbucht, der mit dem vom heutigen Morgen vergleichbar war.

In den letzten Wochen gingen die Kurse für DRAM stark nach oben. Seit dem Jahreswechsel sind die Chips um 0,51 Dollar beziehungsweise 18 Prozent teurer geworden. Und in den kommenden Monaten dürfte es noch weiter nach oben gehen. Das hat seine Grundlage in der aktuellen Situation am Markt.

Die Lieferkapazitäten kamen zuletzt nicht mit der wachsenden Nachfrage auf dem Weltmarkt mit, erklärte Pei-Ing Lee, President des taiwanischen Herstellers Nanya Technology, gegenüber dem Branchenmagazin DigiTimes. Aktuell sehe es auch nicht so aus, als würden die Produktionslinien in der Industrie schnell genug ausgebaut werden können, um den Bedarf komplett zu decken.

Erstmal wieder Gewinne einfahren

Das liegt auch daran, dass die Produzenten noch vor einiger Zeit ein Tal bei der Preisentwicklung durchschritten hatten. Bei Nanya beispielsweise habe man die Liefermengen im Laufe des Jahres um etwas mehr als 20 Prozent steigern können, während die durchschnittlichen Verkaufspreise um knapp über 22 Prozent sanken. Entsprechend wurde der Ausbau der Kapazitäten erst einmal wieder abgebremst. Bei anderen Herstellern sah es ähnlich aus.

Erst im späteren Verlauf des letzten Jahres begannen die Preise wieder anzuziehen und die Branche legte erst einmal Wert darauf, ihre Produkte wieder profitabel zu vermarkten, um Polster für zukünftige Investitionen anlegen zu können. Vor dem Sommer wird es nun wohl kaum dazu kommen, dass die Industrie mit der wachsenden Nachfrage Schritt halten kann. Aktuell wird daher davon ausgegangen, dass die Kapazitäten über das gesamte Jahr gesehen um rund 19 Prozent steigen werden, während die Nachfrage um 22 Prozent klettert.
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