China kündigt Säuberungswelle im Netz an und stellt neue Rekorde auf

Von Christian Kahle am 23.01.2017 13:35 Uhr
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Das Wachstum der Internet-Branche in China läuft quasi unaufhaltsam weiter - und der Staat versucht mit einer neuen Kampagne die Kontrolle zu wahren. Missliebige Anbieter müssen in den kommenden Tagen und Wochen damit rechnen, Ziel einer Säuberungswelle zu werden.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters informierte das zuständige Ministerium gestern über den Start einer umfangreichen Aktion, bei der landesweit Provider, Hoster und Content-Lieferanten unter die Lupe genommen werden sollen. Dabei geht es darum, Firmen ausfindig zu machen, die ohne staatliche Lizenzen Dienste anbieten oder mit ihren Aktivitäten die bestehenden Regularien verletzen.

Insbesondere stehen Anbieter in Fokus, die ohne ausdrückliche Genehmigungen unkontrollierte Kommunikationsverbindungen ins Ausland nutzen oder gar vermieten - insbesondere VPN-Tunnel. Deren Einsatz ist in China grundsätzlich erst einmal verboten. Lediglich auf Antrag werden Genehmigungen erteilt, wenn beispielsweise ein Unternehmen geschützte Kanäle zu seinen Auslandsniederlassungen benötigt.

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Netz blüht trotz Zensur und Überwachung

Trotz der massiven Reglementierung blüht das Internet-Business in China. Aktuell wurden auch neue Rekordzahlen hinsichtlich der Nutzerschaft veröffentlicht. Offiziellen Angaben zufolge können inzwischen 731 Millionen Chinesen auf Internetzugänge zugreifen - womit die Bürger des Landes mit Abstand den größten Anteil an der Nutzung des Netzes haben.

Das ist auch der Grund, warum Internet-Unternehmen, die hierzulande nur wenig bekannt sind, zu den größten Internet-Konzernen der Welt gehören. Im Grunde gibt es zu allen Diensten, die in den westlichen Staaten im Netz erfolgreich sind, auch eine chinesische Variante - darunter Baidu (Suchmaschinen), Alibaba (E-Commerce), Tencent Holdings (Portale, Social Networks) oder LeEco (Streaming). Versuche der großen US-Konzerne, in dem Land Fuß zu fassen, scheitern daher regelmäßig nicht nur an den Zensur-Regeln des Staates.
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