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Terminator-3D-Druck bekommt noch schrägere Features dazu

Von Christian Kahle am 16.01.2017 16:01 Uhr
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Vor einiger Zeit sorgten Forscher mit einem neuen 3D-Druck-Verfahren für Schlagzeilen, bei dem die gewünschten Objekte nahezu wie von Zauberhand aus einer Flüssigkeit hervortraten. Nun wurden Verfahren vorgestellt, die noch weit merkwürdigeres Potenzial haben.

Am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) arbeitet ein Forscher-Team daran, die erzeugten Objekte zu einem späteren Zeitpunkt modifizieren zu können. Das ist bisher nicht möglich. Denn bei dem Druckverfahren werden in der Flüssigkeit gelöste Polymere mit einem ultravioletten Lichtstrahl dazu gebracht, sich miteinander zu einer festen Struktur zu verbinden. Anschließend sind neue Polymerketten entstanden, die sich eigentlich nicht mehr modifizieren lassen.

Am MIT hat man das Verfahren nun aber so weiterentwickelt, dass man gedruckte Objekte doch noch weiterverarbeiten kann. Durch den erneuten Einsatz von UV-Licht werden die Kettenmoleküle an bestimmten Stellen aufgebrochen und verändern so die Eigenschaft des jeweiligen Materials. Im einfachsten Fall wird das Objekt dann an bestimmten Stellen wieder flexibel, wodurch es sich verformen lässt. Die Technik lässt sich aber auch einsetzen, um zwei gedruckte Dinge ohne Einsatz von weiteren Materialien miteinander zu verkleben oder zu verschweißen.

Neues 3D-Druckverfahren ahmt den T-1000-Terminator nach

Lebende Polymere

Es gibt aber auch einen Effekt, der noch spannender ist: So ist es auch möglich, die Polymerketten wachsen zu lassen. Dadurch dehnt sich ein gedrucktes Bauteil schlicht aus - und der Vorgang stoppt, wenn man das UV-Licht abschaltet. Auf diese Weise könnten beispielsweise bewegliche Teile in ein zusammengesetztes Objekt eingepasst werden. Allerdings merken die Forscher hier auch an, dass dieser Vorgang nur schwer zu kontrollieren ist und letztlich mehr Schaden als Nutzen angerichtet werden kann.

Das Verfahren hat aktuell nur ein kleines Problem: Es funktioniert nur in Umgebungen, die komplett frei von Sauerstoff sind. Für den privaten Nutzer ist dies nicht besonders praktisch - in Labors von Unternehmen hingegen schon eher machbar. Die Forscher suchen aber bereits nach neuen Materialien, mit denen ihre Methode auch beim Vorhandensein von Sauerstoff funktioniert.
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