E-Tickets statt Papierfahrscheine: BMVI stellt Fördergelder bereit

Von Tobias Rduch am 06.01.2017 20:00 Uhr
32 Kommentare
Auch im Jahr 2017 verwendet ein Großteil der Reisenden im Nahverkehr noch immer Papierfahrscheine oder Plastikkarten. Das soll sich nun ändern: Bis 2019 sollen bundesweit Chipkarten und Handytickets nutzbar sein. Insellösungen sollen möglichst vermieden werden.

Viele Millionen Menschen nutzen täglich den öffentlichen Nahverkehr. Wie das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) bekannt gegeben hat, sollen sich in Zukunft im gesamten Bundesgebiet E-Tickets durchsetzen und herkömmliche Papierfahrscheine möglichst verdrängt werden. Laut dem Bundesminister Alexander Dobrindt werden "deutschlandweit nutzbare Mobilitätsplattformen" benötigt, um die Vernetzung und die Digitalisierung im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) voranbringen zu können. Hierzu wurden nun zwölf neue Verbundprojekte gestartet, welche mit insgesamt 16 Millionen Euro vom Bund gefördert werden. Dabei werden viele Themen abgedeckt: Regionale Mobilitätsplattformen sollen besser vernetzt werden, außerdem wurde in eine automatisierte Fahrpreisfindung investiert.

Schnell wie der Schall: Erster Test-Zug rast durch Wüste

Verschiedene Tarife stellen Problem dar

Eine große Herausforderung sind die vielen Verkehrsverbünde innerhalb Deutschlands. Da die meisten Verbünde unterschiedliche Preise für ihre Beförderungsleistungen verlangen, sind mit der Zeit lediglich Insellösungen in Bezug auf elektronische Tickets entstanden. Diese sind oft überhaupt nicht, oder nur zu hohen Kosten mit den Angeboten anderer Verkehrsverbünde vernetzbar. Auch ein bestehendes System mit dem eines anderen Verbundes zu vernetzen gestaltet sich als große Herausforderung. Mit den neu gestarteten Projekten sollen diese Probleme langfristig behoben werden.

Allerdings betrachten viele das Vorhaben auch kritisch: Eine einheitliche Mobilitätsplattform könnte Bewegungsprofile der Reisenden anfertigen und den Datenschutz der reisenden Person gefährden. Bei der VBB-Fahrcard der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wurde bereits vor einiger Zeit eine entsprechende Sicherheitslücke entdeckt.

Bereits 2015 hat das Bundesverkehrsministerium die Initiative "Digitale Vernetzung im Öffentlichen Personenverkehr" gestartet und unterstützt seitdem mit finanziellen Mitteln die Umsetzung von digitalen Projekten in dem Bereich.
32 Kommentare lesen & antworten
whatsapp
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2000 - 2020 WinFuture Impressum Datenschutz