Microsoft will Linux-Entwickler zum Wechsel auf Windows 10 bringen

Von Christian Kahle am 29.11.2016 08:45 Uhr
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Die Integration einer Linux-Bash in Windows 10 ist keineswegs nur ein Ausdruck des inzwischen doch recht innig gewordenen Verhältnisses Microsofts zur Open Source-Community. Ein Stück weit rührt das Ganze auch daher, dass das Unternehmen um jeden Nutzer für seine Plattform kämpft.

Dies wurde jetzt deutlich, als ein Microsoft-Manager direkt dafür warb, dass Entwickler, die bisher mit Linux arbeiten, dem aktuellen Windows 10 eine Chance geben sollten. "Macht euch eine Windows 10-Insider-Build fertig und startet euren Code, nutzt eure Tools, hostet eure Webseite auf Apache, greift mit eurem Java-Code auf eure MySQL-Datenbank zu", sagte Programm-Manager Rich Turner laut einem Bericht von Softpedia.

Das Ziel des Projektes besteht also auch darin, Entwicklern, die bisher unter Linux arbeiten, all ihre gewohnten Werkzeuge zur Verfügung zu stellen und ihnen parallel alle Vorzüge von Windows 10 gegenüber einem normalen Linux-Desktop zu bieten. Diese dürfte es durchaus geben. Denn durch die wesentlich größere Verbreitung der Windows-Plattform und des entsprechend hohen Supports diverser anderer Produkte sollten verschiedene alltägliche Aufgaben mit weniger Mühe verbunden sein - und sei es nur der Betrieb der neuesten Grafikkarte fürs Gaming, für das viele Linux-Nutzer dann ja ohnehin noch eine Windows-Installation griffbereit haben.

Die Bash-Shell unter Windows 10

Für Microsoft ist es aber natürlich auch notwendig, eine Reihe von Linux-Nutzern auf Windows 10 zu holen, um eine große Bandbreite an Testern für die Bash-Integration zu haben. Entsprechend forderte Turner die Adressaten seiner Werbung auch heraus, Feedback zu geben und insbesondere auch Fehler zu melden. "Das würde uns das Leben viel leichter machen und uns dabei helfen, ein Produkt zu entwickeln, mit dem wir alle wesentlich produktiver sein können", erklärte er.

Denn ihm ist durchaus klar, dass der aktuelle Stand noch nicht die bestmögliche Umsetzung sein kann. Das Ziel besteht aber eindeutig darin, eine volle Kompatibilität zu bieten, damit Linux-Nutzer, die auf Windows 10 umsteigen, all ihre bisher genutzten Tools einfach weiterverwenden können. "Wir sind noch nicht fertig", so Turner.
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