Galaxy Note 7: US-Flugzeug nach Brand von Austauschgerät evakuiert

Von Roland Quandt am 05.10.2016 21:09 Uhr
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Die schlechten Nachrichten rund um das Samsung Galaxy Note 7 reißen nicht ab. Auf einem Flughafen im Süden der USA musste heute ein Linienflugzeug evakuiert werden, nachdem ein Smartphone dieses Typs in Brand geriet. Das betroffene Gerät gehört bereits zu den neu produzierten Modellen, die einen "sicheren" Akku aufweisen sollen.

Eigentlich soll von Geräten, die nach der Rückrufaktion von Samsung mit einem anderen Akku ausgeliefert wurden, keine Feuergefahr mehr ausgehen. Zuvor hatte Samsung eingestanden, dass ein Fehler in der Produktion bei dem Tochterunternehmen Samsung SDI dafür sorgen kann, dass zu viel Druck auf den Akku ausgeübt und die Trennung zwischen Anode und Kathode dadurch beschädigt wird - was letzlich zu zahlreichen Kurzschlüssen mit anschließenden Bränden führte.

Bericht zu dem Vorfall von WAVE 3 Louisville

Am Flughafen Louisville im US-Bundesstaat Kentucky soll nun aber dennoch ein bereits ausgetauschtes Galaxy Note 7 zunächst für starken Qualm gesorgt und anschließend Feuer gefangen haben. Das Gerät befand sich an Bord einer Boeing 737 der US-Fluglinie Southwest und soll so heiß geworden sein, dass es sich durch den Bodenbelag im Inneren der Maschine fraß, wie Augenzeugen gegenüber dem Fernsehsender WAVE3 erklärten.

Samsung Galaxy Note 7
Feuergefährlich: Galaxy Note 7 aus der ersten Charge wurden zurückgerufen

Das Flugzeug wurde umgehend geräumt, wobei 75 Passagiere von Bord gehen mussten. Eigentlich sollte die Maschine um 9:30 Uhr Ortszeit in Richtung der US-Ostküstenstadt Baltimore abheben. Der von dem Smartphone ausgehende Rauch wurde rund 10 Minuten vor dem geplanten Start festgestellt.

Samsung Galaxy Note 7
Galaxy Note 7: Grünes Akku-Symbol signalisiert sicheren Akku

Das Gerät befand sich zu diesem Zeitpunkt wohl im hinteren Bereich des Flugzeugs, die Piloten meldeten laut inzwischen veröffentlichten Aufnahmen kurze Zeit später gegenüber dem Tower, dass sich Rauch im Cockpit angesammelt habe. Augenzeugen erklärten, das Smartphone habe den Teppich durchbrannt und Spuren am Zwischenboden der Maschine hinterlassen.

Inzwischen meldet das US-Magazin The Verge, dass man nach Rücksprache mit dem Besitzer des betroffenen Geräts bestätigen könne, dass es sich um ein Samsung Galaxy Note 7 aus dem Umtauschprogramm handelt. Der Besitzer hatte das Gerät am 21. September in einem Geschäft seines Mobilfunkanbieters AT&T erhalten, nachdem er sein zuvor erworbenes Modell im Rahmen des Rückrufs von Samsung zurückgegeben hatte.

Das Gerät sei vor dem Flug vom Besitzer abgeschaltet worden, wie es die Vorgaben der Crew vorsehen. Nachdem er es in seiner Tasche verstaut hatte, begann angeblich "dicker, graugrüner Rauch" mit großer Kraft aus dem Smartphone auszutreten, woraufhin er es auf den Boden warf und das Flugzeug verließ. Der Akku soll zu diesem Zeitpunkt auf ungefähr 80 Prozent seiner Kapazität geladen gewesen sein, wofür der Besitzer nach eigenen Angaben ausschließlich einen Wireless-Charger verwendete.

Southwest Airlines zufolge wurden alle Passagiere der betroffenen Maschine unverletzt evakuiert. Der Flug wurde inzwischen gestrichen, wobei nur diejenigen umgebucht wurden, die in Baltimore Anschlussflüge hatten. Samsung hat sich zu dem Vorfall noch nicht geäußert, dürfte aber unter Hochdruck auf eine Untersuchung des Vorfalls hinarbeiten. Schließlich verwendet das Unternehmen derzeit hunderte Millionen Euro darauf, den Austausch der defekten Samsung Galaxy Note 7 ohne einen zu großen Image-Schaden über die Bühne zu bringen.
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