Virenverseuchter USB-Stick als Werbegeschenk von Mobilfunkprovider o2

Von Nadine Juliana Dressler am 10.08.2016 20:07 Uhr
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Geschichten die das Leben schreibt: Laut einem Bericht von The Register ging nun eine Werbe-Aktion des Mobilfunkanbieters o2 gehörig nach hinten los. Den Informationen von The Register nach hat o2 seinen Geschäftskunden in Großbritannien ein virenverseuchtes Werbepräsent überreicht.

The Register schreibt daher auch süffisant, wie o2 "kostenlose Windows-Viren mit USB-Stiften" verschenkte, was sie "wohl besser nicht getan hätten". o2 hatte dabei ausgewählten Business-Kunden einen exklusiven Stift zugesendet, der einen USB-Stick enthielt - im Prinzip also kein billiges Werbegeschenk sondern ein Präsent in gehobener Aufmachung, das für die Adressaten von Nutzern sein sollte. Doch hat die Marketingabteilung die Geschenke und den Hersteller wie es scheint nicht tadellos überprüft - die Stifte kommen mit einer Malware an Bord, die es in sich hat.

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Verseuchte Sticks mit Remote Control

"Das Virus hat die Fähigkeit, neue Programme auf Ihrem System einschließlich der aktualisierten Versionen von sich selbst und Programme zu installieren, die dem Autor des Virus Remote-Kontrolle über Ihren Computer gewähren könnte." Wer die Verseuchung der Sticks zuerst erkannt hat, ist dabei nicht bekannt. Schließlich hat o2 laut dem Medienbericht die Geschenke in der vergangene Woche versendet und in dieser Woche über die enthaltene Malware in einem erneuten Anschreiben informiert. o2 soll zudem alle Kontaktmöglichkeiten zu den betroffenen Firmen nutzen, um sie über den Fauxpas zu informieren, falls die erneute Email nicht Beachtung findet.

Das Unternehmen hat für betroffene Kunden eine Hilfestellung erarbeitet, wie die USB-Sticks und die Malware wieder unschädlich gemacht werden können.

"Viraler" hätte diese Marketing-Aktion von o2 wirklich nicht laufen können.

Glück im Unglück: Für viele Unternehmer soll sich das Werbegeschenk gar nicht negativ ausgewirkt haben. Hintergrund ist eine recht moderne Infrastruktur in vielen Firmen. Der Virus soll demnach nur für ältere Windows-Versionen gefährlich sein. Laut Register sollen das zum Beispiel Windows 95, Windows 98, Windows 2000, Windows XP und Windows Vista, aber auch Windows Server 2003 sein.

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