Virtual Boy: Nintendos 3D-Flop feiert "Comeback" per Cardboard-VR

Von Witold Pryjda am 10.05.2016 13:59 Uhr
14 Kommentare
Vor über 20 Jahren versuchte sich Nintendo an einem Virtual-Reality-Headset. Der Virtual Boy, wie diese damals neuartige Konsole in Anlehnung an den Gameboy hieß, hatte zwar nicht viel mit den heutigen VR-Headsets gemeinsam, man kann ihn aber sicherlich als eine Art Vorläufer bezeichnen. Nun kann man per Google Cardboard einen Eindruck bekommen, wie das Erlebnis damals war.

VR aus 1995

Freilich muss man gleich zu Beginn erwähnen, dass der Virtual Boy der wohl größte Flop der Nintendo-Geschichte war. Gründe dafür gab es 1995 gleich mehrere: Das (nicht mobile) Gerät war unter anderem zu teuer, es war unbequem bei der Nutzung, verursachte Übelkeit und auch die Anzahl der Spiele war begrenzt. Es folgte eine Verkaufskatastrophe in Japan und Nordamerika, das war auch der Grund, warum es der Virtual Boy auch nie offiziell nach Europa schaffte.

Nintendo Virtual Boy

Auf Reddit hat nun ein Nutzer eine Anleitung veröffentlicht, wie man Virtual Boy-Spiele in die Neuzeit bringen kann. Der Redditor mit dem Namen The-King-of-Spain schreibt, dass man hierfür lediglich ein Android-Smartphone und Google Cardboard oder auch Samsung Gear VR benötigt. Dazu kommt der Android-Emulator RetroArch. Eine detailliertere Anleitung zum Setup findet man auf Imgur, man benötigt aber auch ein ROM eines Virtual Boy-Spiels. Hierzu schreibt SlashGear, dass man es den Lesern überlässt, herauszufinden, wie man an dieses kommt.

Wie sich das Ganze anfühlt kann man auch per stereoskopisch nutzbaren Video ausprobieren: So wie es der Reddit-Nutzer erstellt hat, gibt es aber zwei wesentliche Unterschiede zum Original: Denn zum einen ist das Bild etwas weiter weg als beim Virtual Boy, das hängt mit der heutigen Technik zusammen, da ein zu nahes Bild schwer zu erkennen wäre.

Zum anderen ist das Bild in Graustufen und nicht Rot/Schwarz wie das Original. Letzteres lässt sich aber aktivieren, auch wenn das alles andere als eine angenehme Optik ist (und ein weiterer Grund für den Flop war). Man darf sich insgesamt aber kein VR-Erlebnis, wie man es heute kennt, erwarten, vielmehr ist das eine interessante Spielerei für Gaming-Historiker.
14 Kommentare lesen & antworten
whatsapp
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2000 - 2020 WinFuture Impressum Datenschutz