Kleinster Farbdruck der Welt Grundlage für höchste Display-Auflösung

Von Christian Kahle am 15.12.2015 15:25 Uhr
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An der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich ist der bisher kleinste Ausdruck mit einer Technologie angefertigt worden, die im Wesentlichen der eines Tintenstrahldruckers gleicht. Im Endeffekt will man damit aber neuartige Displays produzieren können.

Kleinster Farbdruck der Welt

Auf dem Foto, das nun auch Eingang ins Guinnes Buch der Rekorde finden wird, sind Clownfische in einer Seeanemone zu sehen. Um das Foto anschauen zu können, benötigt man allerdings ein Mikroskop - für ein menschliches Auge ohne Hilfsmittel ist es schlicht zu klein. Das Foto misst lediglich 80 x 115 Mikrometer und findet damit auf einer Fläche von 0,0092 Quadratmillimetern Platz.

Trotz der geringen Größe kann mit der Technologie eine Farbtiefe von 24 Bit dargestellt werden - das entspricht einem Spektrum von 16 Millionen Farben. Verantwortlich dafür sind so genannte Quanten-Punkte . Dabei handelt es sich um Nanopartikel, die in verschiedenen Farben leuchten können. Solche kommen heute auch schon bei der Herstellung von Display-Panels zum Einsatz.

Um die Unterwasser-Szene darstellen zu können, druckten die Entwickler mehrere Lagen dieser Quanten-Punkte in roten, grünen und blauen Farben übereinander. Dadurch werden letztlich die unterschiedlichen Töne erzeugt. Bei der Berechnung des Druckauftrages musste die Dicke der einzelnen Layer mit einer Präzision im atomaren Bereich festgelegt werden.

Gemessen an den üblichen Werten kommt das Foto auf eine Auflösung von 25.000 dpi. Die einzelnen Pixel liegen jeweils nur noch 500 Nanometer auseinander. Displays mit einer solchen Auflösung werden im Alltag sicherlich nicht besonders sinnvoll sein. Allerdings könnte die Technologie beispielsweise eingesetzt werden, um kleine Projektoren mit einer sehr feinen Bildwiedergabe herzustellen.

Um das Verfahren allerdings auch in der kommerziellen Produktion einsetzen zu können, muss die Druckgeschwindigkeit noch deutlich verbessert werden. Für das fragliche Bild wurden immerhin mehrere Stunden benötigt. Allerdings gibt es schon den Prototypen eines Druckkopfes mit mehreren hundert Düsen, der hier deutlich schneller agieren kann.
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