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Autonome Autos: Volvo will volle Haftung bei Unfällen übernehmen

Von Christian Kahle am 09.10.2015 13:33 Uhr
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Bevor selbstfahrende Autos zum Teil des regulären Straßenverkehrs werden, gibt es nicht nur technische, sondern auch rechtlich-formale Fragen zu klären. So beispielsweise jene, um die Haftung bei Unfällen. Dem kommen verschiedene Anbieter - und im aktuellen Fall Volvo - aber zuvor.

Das Unternehmen erklärte jetzt, dass es die volle Verantwortung für Unfälle übernehmen wird, die durch autonome Fahrzeuge aus seinem Hause verursacht werden. Dies zeigt einerseits die Überzeugung seitens der Entwickler in die Zuverlässigkeit und Qualität ihrer Arbeit. Andererseits baut es aber auch eine wesentliche Hürde ab, wenn es darum geht, solche Fahrzeuge für den Straßenverkehr zuzulassen.

Volvo wirbt mit Morgen-Stress für autonomes Auto
Bisher ist der Halter beziehungsweise der jeweilige Fahrer für verursachte Schäden zuständig. Da bei der neuen Technik aber quasi der Bordcomputer komplett die Kontrolle hat, stand stets die Frage im Raum, wie die Haftpflicht hier geregelt werden soll. Verschiedentlich wurde bereits gemutmaßt, dass die Autohersteller wahrscheinlich versuchen werden, ihre Technologien zu verkaufen, sich dann aber aus der Affäre ziehen. Durch den Vorstoß Volvos wird dies nun aber wohl nicht mehr funktionieren.

Die Klärung der Haftungsfrage dürfte auch einen wichtigen Schritt darstellen, um die generelle Straßenzulassung selbstfahrender Autos eines Tages möglich zu machen. Hier gibt es ohnehin noch viel Klärungsbedarf. Volvo-Chef Hakan Samuelsson erklärte in einer Rede in Washington, D.C, dass allein in den USA das Problem bestünde, dass quasi jeder Bundesstaat seine eigenen Regelungen zu dem Thema auf den Weg bringt und so ein komplizierter Flickenteppich zu entstehen droht, der es der Technologie unnötig schwer macht. Noch schlimmer sehe die Lage derzeit in Europa aus. Samuelsson sieht es als notwendig an, dass die Verantwortlichen in der Politik hier bereits bald an einheitlichen Regeln arbeiten. Denn die Erarbeitung entsprechender Gesetze dauert ihre Zeit und könnte von der technischen Entwicklung abgehängt werden.

Sollte das Beispiel Volvos Schule machen, wären mit die ersten großen Verlierer auch die Versicherungsgesellschaften. Für diese sind KFZ-Versicherungen immerhin seit vielen Jahren ein glänzendes Geschäft. Hier darf daher auch erwartet werden, dass diese in der nächsten Zeit massiv Einfluss auf die politischen Prozesse in dem Bereich nehmen werden.
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