Facebook löscht nun statt der Hetze die Nazi-Satire des Postillon

Von Christian Kahle am 16.09.2015 18:07 Uhr
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Das Social Network Facebook steht seit einiger Zeit massiv in der Kritik, weil menschenverachtende Hetze in vielen Fällen einfach geduldet wird. Statt gegen die Hetze ging das Community-Management nun aber gegen Nutzer vor, die eine Nazi-Satire der populären Seite Der Postillion verbreiteten.

Dessen Betreiber hatte den Link zu dem Beitrag "Nazis rächen sich an Flüchtlingen, indem sie nach Syrien fliehen" selbst auf seiner Facebook-Seite gepostet - was ohne Konsequenzen blieb. Anders sah es allerdings bei einer Reihe von Nutzern aus, die das Posting über einen Gefällt-mir-Klick oder einen eigenen Link in die eigene Timeline stellten.

Facebook vs. Postillon

Auf der Postillion-Seite wurde beispielhaft ein Screenshot veröffentlicht, laut dem ein Nutzer den Hinweis von Facebook erhielt, dass sein Link auf den Beitrag wegen eines Verstoßes gegen die Facebook-Gemeinschaftsstandards entfernt wurde. Dies soll auch verschiedene andere User getroffen haben, die entsprechende Berichte an den Postillion-Betreiber schickten.

In einigen Fällen soll es sogar noch weitergehende Konsequenzen gegeben haben. So wurden auch Anwender für einen Tag komplett daran gehindert, noch weitere Inhalte auf der Plattform zu posten. Solche Sperrungen stellen quasi einen deutlicheren Warnschuss an Nutzer dar, die sich nach Ansicht des Social Network-Betreibers nicht an die Regeln der Plattform halten. Die Betroffenen wurden aufgefordert, sich die Community-Richtlinien doch noch einmal in Ruhe durchzulesen.

Beim Postillion ist man nun etwas ratlos, worin genau das Problem besteht. "Haben wir da eine Brustwarze übersehen oder ist das jetzt schon Teil der neuen Initiative Facebooks gegen Hetzkommentare?", hieß es. Die Fans der Seite vermuten nun, dass man bei Facebook tatsächlich versucht auf die Kritiken einzugehen - und schlicht das entfernte, was bei einem flüchtigen Blick auf die neuesten Aktivitäten irgendetwas mit Nazis zu tun haben könnte.

Zum Thema: Hassparolen gegen Flüchtlinge - Merkel übt Kritik an Facebook
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