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Norwegen stellt als erstes Land weltweit ab 2017 UKW-Betrieb ein

Von Witold Pryjda am 20.04.2015 11:27 Uhr
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Bereits 2017 will Norwegen beginnen, den Stecker bei UKW zu ziehen, das skandinavische Land wird damit das erste weltweit sein, das den analogen Radiobetrieb komplett abschaltet. An die Stelle der Ultrakurzwellen soll die digitale Übertragung treten, das sogenannte Digital Audio Broadcasting (DAB) wird zum nationalen Standard.

Die Digitalisierung des Fernsehens ist in den meisten europäischen Ländern bereits vor einer Weile abgeschlossen wurden (größte Ausnahme ist der analoge Kabelbetrieb), beim Thema digitales Radio sieht die Sache aber noch ganz anders aus: Zwar existiert der dazugehörige Standard Digital Audio Broadcasting (DAB) bereits seit Jahrzehnten, durchsetzen konnte sich DAB aber nicht.

Seit 2011 gibt es einen Nachfolger mit dem Namen DAB+ bzw. unter der Marke "Digitalradio", Pläne zur Abschaltung deutscher UKW-Frequenzen sind aber bisher nicht bekannt.

Das aber ist genau das, was Norwegen ab Anfang 2017 durchzieht: Wie Radio.no unter Berufung auf eine Entscheidung des Kulturministeriums des Landes (via The Verge) berichtet, wird man in knapp zwei Jahren in den ersten Regionen die analoge Übertragung abschalten.

Ab 11. Januar 2017 wird die erste nördliche Region Norwegens (Nordland) den UKW-Betrieb einstellen, danach folgt der Süden. Bereits ein Jahr danach soll der Wechsel abgeschlossen sein (Troms und Finnmark). Die Umstellung ist nicht überraschend, aber konsequent, da die norwegische Regierung bereits 2011 diesen Fahrplan beschlossen hat.

Qualität, Funktionalität und Vielfalt

Man verweist auf die vielen Vorteile von DAB(+), allen voran das stark erweiterte Programmangebot sowie bessere Funktionalität und Qualität: So werden Norweger künftig statt fünf landesweiter Sender 22 Kanäle bekommen, es bleibt überdies Kapazität für knapp 20 weitere.

Auch beim Betrieb ergeben sich einige Vorteile: Laut dem zuständigen Ministerium sind die Kosten für UKW-Übertragung rund acht Mal höher als bei DAB. Die Radiosender haben grundsätzlich die Wahl zwischen DAB und DAB+, es wird aber erwartet, dass der Großteil auf den aktualisierten Standard zurückgreifen wird.
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