PCs mit Windows 10: Harte Zeiten wegen Intels CPU-Problemen?

Von Roland Quandt am 31.10.2014 16:12 Uhr
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Weil Intel die Einführung seiner kommenden Generationen von Notebook-Prozessoren nach hinten verschoben hat, fürchten die Gerätehersteller nun deutliche negative Auswirkungen auf die Verkaufszahlen von neuen Notebooks mit Windows 10.

Wie der taiwanische Branchendienst DigiTimes berichtet, wird Intel die nächste Generation seiner Notebook-Prozessoren, die derzeit unter dem Codenamen "Skylake" entwickelt wird, nicht wie erwartet zur Mitte des kommenden Jahres einführen. Stattdessen wurde der Zeitplan durch den Halbleitergiganten so angepasst, dass die Verfügbarkeit der ersten "Skylake"-basierten Systeme nun erst später gegeben sein wird, nämlich erst kurz vor dem alljährlichen Weihnachtsgeschäft.

Hintergrund der Verschiebungen sind die Probleme bei der Fertigung der neuen "Broadwell"-SoCs, die eigentlich schon vor Monaten in den Markt starten sollten. Stattdessen werden die ersten neuen Notebooks mit den Chips der "Broadwell"-U-Serie nun erst im Frühjahr 2015 erwartet. Aktuell sind nur vereinzelt Modelle mit den auf maximale Sparsamkeit getrimmten "Broadwell"-Y-Series-SoCs verfügbar, wie etwa das kürzlich gestartete Lenovo Yoga 3 Pro.

Die neuen Prozessoren der Y-Serie sind aber nicht sonderlich leistungsstark, weshalb der Mainstream-Markt im Notebook-Segment auf die Broadwell-U-Serie wartet, um diese auf breiter Front in neuen Geräten aller Preisklassen zu verbauen. Bis diese Modelle jedoch in den Handel kommen, wird es wohl noch bis mindestens Januar 2015 dauern, denn Intel hatte massive Probleme bei der Fertigung und hat den eigentlich schon Mitte 2014 erwarteten Launch bereits mehrfach verschoben.

Dies schwächt schon jetzt das Notebook-Geschäft in der Zeit vor Weihnachten 2014, doch die Gerätehersteller fürchten nun, dass die Probleme mit "Broadwell" die nächste Chipgeneration "Skylake" ausbremsen. Intel hat die Termine für die Verfügbarkeit der ersten "Skylake"-Prozessoren nämlich den Angaben aus Taiwan zufolge auf die Zeit zwischen Ende August und Ende Oktober 2015 gelegt, nachdem man ursprünglich schon mindestens zwei Monate früher damit gerechnet hatte.

Durch die Verschiebung gefährdet Intel nach Meinung der Notebook-Hersteller den erfolgreichen Vertrieb der neuen Gerätegeneration, die mit Windows 10 auf den Markt kommt. So wird es für sie wohl schwierig, noch rechtzeitig vor Weihnachten neue Systeme mit den "Skylake"-Chips in den Handel zu bringen, schließlich müssen die Geräte auch noch gebaut und verschifft werden, was normalerweise bis zu drei Monate dauern kann. Selbst im Idealfall würden die ersten Geräte mit "Skylake" wohl erst Ende September 2015 erhältlich sein, heißt es.

Intel bremst den Launch von "Skylake" angeblich vor allem deshalb aus, weil man verhindern will, dass der Produktlebenszyklus von Geräten mit den neuen "Broadwell"-SoCs zu stark verkürzt wird. Es geht darum, ausreichende Stückzahlen der Chips zu verkaufen, wobei die wirtschaftlichen Zwänge für die Gerätehersteller enorm ausfallen, wenn diese Produkte mit sehr kurzem Lebenszyklus entwickeln, weil "Skylake" bereits wenige Monate später verfügbbar wird.

Für die PC-Hersteller droht das gerade wieder etwas positiver ausfallende Wachstum bei den Notebook-Verkäufen durch Intels Probleme wieder hinfällig zu werden. Weil die meisten Firmen ihre Hardware-Upgrades nach dem Ende des mehrfach verlängerten Supports von Windows XP wohl bis Ende 2014 abgeschlossen haben, sehen sie die Absatzchancen für neue Geräte mit Windows 10 schrumpfen. Ein weiterer Faktor ist der Umstand, dass Microsoft vermutlich in vielen Fällen ein Gratis-Upgrade auf Windows 10 für Geräte mit Windows 8/8.1 anbieten wird. Zusammen mit dem Wegfall der Aussichten auf eine neue CPU-Generation fehlt es dadurch angeblich an Anreizen für die Kunden, sich einen neuen PC mit Windows 10 zu kaufen.
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