Telefónica/O2: Nach Übernahme kommt "E-Plus"-Aus

Von Witold Pryjda am 12.05.2014 10:42 Uhr
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Die Übernahme des Mobilfunkbetreibers E-Plus durch den spanischen Telefónica-Konzern muss zwar erst von den Wettbewerbshütern abgesegnet werden, doch schon jetzt laufen die Überlegungen zur gemeinsamen (O2-)Zukunft.

Aus für "E-Plus", nicht für "Base"

In gut einem Monat, genauer gesagt am 23. Juni, wird die EU-Kommission entscheiden, ob Telefónica Deutschland den bisherigen Konkurrenten E-Plus ohne Auflagen übernehmen darf. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus wird der in Deutschland als O2 auftretende Mobilprovider - bei einem positiven Entscheid der EU-Wettbewerbshüter - einige, aber nicht alle Marken von E-Plus auflösen.

Das betrifft vor allem die Hauptmarke E-Plus, diese soll es künftig nicht mehr geben. Das Vertragskundenangebot Base dürfte hingegen auch in Zukunft weiter unter diesem Namen bestehen bleiben. Was mit den Pre-Paid-Marken von E-Plus geschehen wird, ist offenbar noch Gegenstand interner Diskussionen: Die Angebote Blau, Simyo und Ay Yildiz würden theoretisch mit den O2-Pendants Fonic und Türk Telekom konkurrieren, eine Zusammenlegung steht zur Debatte, ist aber noch nicht beschlossene Sache.

E-Plus-Chef Dirks wird Fusion "überleben"

Überdies berichtet der Focus unter Berufung auf Unternehmenskreise in beiden Konzernen, dass im Chefsessel des neuen Mobilfunkriesen der bisherige E-Plus-Chef Thorsten Dirks Platz nehmen soll. Der O2-Vorstandschef René Schuster steht hingegen nicht (mehr) für den Posten zur Verfügung, da er sich Ende Januar aus dem Unternehmen zurückgezogen hat (aber noch bis September beratend zur Verfügung steht).

Sollte die Milliarden-schwere Zusammenlegung der beiden Mobilfunker durch die EU genehmigt werden, dann wäre der neue Provider die neue Nummer 1 in Deutschland. Zusammengerechnet hätte man über 43 Millionen Mobilfunkanschlüsse (Stand von Anfang 2013) und damit deutlich mehr als jeweils Telekom und Vodafone. Letztere fürchten zudem bzw. vor allem ein Ungleichgewicht durch die Zusammenlegung der Netz-Infrastruktur und betreiben entsprechend viel Lobbyarbeit in Brüssel, um die Fusion noch zu verhindern oder zumindest unter Auflagen zu stellen.

Siehe auch: Vodafone befürchtet Übermacht bei O2/E-Plus
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