Konklave: Etliche Störsender sichern die Papstwahl

Von Witold Pryjda am 12.03.2013 13:43 Uhr
49 Kommentare
Im Vatikan hat heute das Konklave begonnen, die Wahl des Nachfolgers von Papst Benedikt XVI. ist dabei die erste, bei der auf massiven Einsatz elektronischer "Abwehrmaßnahmen" zurückgegriffen wird.

Weißer Rauch statt Twitter-Nachricht: So soll das nächste Kirchenoberhaupt auch im Zeitalter mobiler Kommunikation bekannt gegeben werden. Wie die Nachrichtenagentur 'Reuters' berichtet, setzt die Katholische Kirche nun auf zahlreiche Maßnahmen, um die Sixtinische Kapelle abhörsicher zu machen.

Hintergrund der verschärften Sicherheitsmaßnahmen ist nicht nur die allgemeine Verbreitung mobiler Kommunikationstechniken, sondern auch die so genannte Vatileaks-Affäre. Dabei kopierte 2011 ein Kammerdiener des Papstes zahlreiche interne Dokumente des Vatikans und brachte diese an die Öffentlichkeit. Dabei ging es unter anderem um Vorwürfe der Korruption sowie der Günstlingswirtschaft.

Der nun betriebene Aufwand ist enorm: Am Ort des Konklaves wurde ein falscher Boden gelegt und darunter elektronische Störsender platziert. Diese sollen nicht nur verhindern, dass die Kardinäle Kontakt mit der Außenwelt aufnehmen, sondern auch, dass sie selbst Nachrichten von dort empfangen können. Eine ähnliche Anti-"Spionage"-Abwehr wurde auch in den Unterkünften der Kardinäle installiert, zusätzlich dazu durchkämmen Sicherheitsleute die Räumlichkeiten regelmäßig nach Wanzen.

Natürlich dürfen die Kardinäle auch keine elektronische Ausrüstung mitnehmen oder auf sonstige Weise Kontakt mit der Außenwelt aufnehmen. Ausnahmen gibt es lediglich für "extrem ernste und dringliche Gründe". Erwartungsgemäß müssen auch alle weltlichen Angestellten des Vatikans deutlich verschärfte Kontrollen über sich ergehen lassen und werden beispielsweise per Metalldetektoren gescannt.

Die Kardinäle mussten vor Beginn des Konklaves aber auch eine besonders altmodische "Sicherheitsmaßnahme" ausführen: Vor Betreten der Sixtinischen Kapelle musste jeder einzelne einen Stillschweige-Eid schwören.
49 Kommentare lesen & antworten
whatsapp
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2020 WinFuture Impressum Datenschutz Cookies