AVG schließt TuneUp-Entwickler (Update)

Von Roland Quandt am 03.12.2012 17:58 Uhr
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Der auf Sicherheitslösungen spezialisierte tschechische Softwarehersteller AVG löst die von ihm im letzten Jahr übernommene deutsche TuneUp Software GmbH auf. Das von dem Unternehmen entwickelte bekannte Tuning-Tool soll aber weiter angeboten werden.

AVG hatte die TuneUp Software GmbH mit ihren rund 120 Mitarbeitern Ende 2011 zum Preis von rund 45 Millionen US-Dollar aufgekauft. Eigentlich sollte die Firma zum "Kompetenzzentrum für Tuning-Technologie" gemacht werden und so als Teil von AVG weiterbestehen.

Wie uns mehrere frustrierte Mitarbeiter am Wochenende mitteilten, wurde ihnen am Freitag im Rahmen einer kurzfristig anberaumten Betriebsversammlung die Kündigung überreicht. Gleichzeitig wurde die Schließung der in Darmstadt ansässigen TuneUp Software GmbH für den 31. März 2013 angekündigt.

Nach Angaben der Mitarbeiter hatte ihr Unternehmen bis zuletzt durch eine gewinnträchtige Arbeit erfolgreich zu einer positiven Gesamtbilanz von AVG beigetragen. Sie werfen dem tschechischen Unternehmen nun vor, dass man von vornherein nur die von TuneUp während seiner Eigenständigkeit entwickelten Technologien und das gesamte Know-How übernehmen wollte.

TuneUp wurde seit 1997 für seine Tuning-Suite TuneUp Utilities weltweit bekannt, die zwar umstritten, aber bei vielen Nutzern dennoch ein äußerst beliebtes Produkt ist. Bis heute wurde die Software in 14 Sprachen übersetzt und ist weiterhin im Handel erhältlich. Für 2012 steuerte TuneUp nach Angaben von Mitarbeitern auf einen Rekordumsatz zu.

AVG begründet die Schließung von TuneUp Software in Darmstadt mit einer "langfristigen Wachstumsstrategie", die "Ressourcen und Kosten aktuellen Marktentwicklungen" anpassen soll. Es gehe darum die Effizienz der Geschäftszweige zu steigern. Auch in Frankreich und den Niederlanden gibt es offenbar Entlassungen. TuneUp Utilities und die anderen Produkte soll es trotz der Kündigungen weiterhin geben.

Update (04.12.2012, 14:30 Uhr): AVG hat mittlerweile klargestellt, dass es nur 70 Entlassungen am Standort Darmstadt geben soll. An anderen Standorten sollen keine Kündigungen geplant sein, teilte ein Unternehmenssprecher mit.
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