Proteste gegen die Umstellung des Google Readers

Von Witold Pryjda am 01.11.2011 08:51 Uhr
44 Kommentare
Gestern hat Google Optik und Funktionalität des Google Readers umgestellt. Der neue Look und die Verschmelzung mit Google+ begeistert aber nicht alle. Eine Protest-Petition konnte bereits mehr als 10.000 Unterschriften sammeln.

Im Prinzip hat Google bei seinem Feedreader alle sozialen Funktionen entfernt und sie durch Anwendungen aus Google+ ersetzt. So gibt es nun statt "Gefällt mir" und "Empfehlen mit Kommentar" den +1-Button, geteilt wird jetzt in die Kreise von Google+. Man kann nun also nicht mehr anderen Nutzern direkt via Google Reader folgen und Links innerhalb der Reader-Community teilen.

Wie 'Mashable' berichtet, hat sich nun eine Protestbewegung gegen die Änderungen formiert, die sich aus bisher sehr aktiven Reader-Nutzern, den so genannten Sharebros, rekrutiert. Seit die Änderungen angekündigt worden sind, protestieren diese vehement gegen die Umstellung: Eine Petition des US-Studenten Brett Keller haben bereits mehr als 10.000 Menschen unterschrieben.

"Viele von uns sind schon seit Jahren treue Nutzer des Readers. Er ist der Mittelpunkt unseres täglichen Informationskonsums", heißt es in der Petition. "Der Reader baut auf einer Kerngruppe von besonders aktiven Internet-Usern auf, die den Reader und andere Angebote von Google immer wieder ihren Freunden weiterempfehlen." Die nun durchgeführte Umstellung des Readers würde viele dieser treuen Nutzer vor den Kopf stoßen.

Besonders Nutzer aus dem Iran seien betroffen: Dort ist der Google Reader eine der meistbesuchten Seiten und hat besonders während und nach der "Grünen Revolution" viele Anhänger gewonnen. Die Proteste im Jahr 2009 wurden vielfach über soziale Netzwerke organisiert, seither hat die iranische Führung viele davon gesperrt. Der Google Reader sei dagegen eine besonders beliebte Möglichkeit gewesen, Nachrichten und Meinungen "unter dem Radar" zu verbreiten.

Die Proteste haben sich inzwischen auf andere soziale Netzwerke wie Twitter ausgedehnt, in Anlehnung an die "Occupy Wallstreet"-Bewegung hat sich nun die Initiative "#OccupyGoogleReader" gebildet. Ob das genügen wird, um Google zu überzeugen, die Änderungen (zumindest teilweise) zurückzunehmen, ist aber eher fraglich.
whatsapp
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
44 Kommentare lesen & antworten
Verwandte Themen
Twitter
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2000 - 2019 WinFuture Impressum Datenschutz