In Stunden statt Monaten: Google-KI entwirft Chip für die nächste KI

Von John Woll am 10.06.2021 19:45 Uhr
17 Kommentare
KI entwirft bessere Hardware, die bessere KI ermöglicht, wiederholen: So kann man zusammenfassen was Forscher von Google aktuell in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung beschreiben. Die KI, die Chips für KIs entwickelt, übertrifft Menschen bei Weitem.

Der nächste Google-KI-Chip wurde von einer KI designed

Der Wert von Fortschritt macht sich auch am Tempo fest, mit dem er abläuft. In dieser Hinsicht will Google bei der Entwicklung von Chips, die perfekt auf den Einsatz für maschinelles Lernen ausgelegt sind, eine Methode gefunden haben, die den Prozess eindrucksvoll beschleunigt. Wie The Verge berichtet, sehen die Google-Forscher die Entwürfe des Algorithmus qualitativ auf Augenhöhe mit denen aus menschlicher Hand. Ergebnisse, die sonst Monate intensiver Arbeit benötigen, liegen hier aber in "unter sechs Stunden" vor.

Künstliche Intelligenz: Roboter kommen zu Wort
videoplayer
Die KI übernimmt dabei die Arbeit des Floorplanning, ein Entwicklungsprozess, bei dem der Aufbau des Chips und seiner Systeme auf möglichst kurze Verbindungswege hin optimiert wird. Ausgangspunkt für das maschinelle Lerntraining war hier ein Datensatz von 10.000 solcher Chip-Grundrisse, von denen einige schlicht mit einem Zufallsgenerator entwickelt worden waren. Werte wie die Länge der Verbindungen und der Stromverbrauch wurden dann für die Einordnung in gute und schlechte Designs genutzt.

Google baut den aktuellen Erfolg dabei auf Jahre der Vorarbeit auf, bisher waren die Ergebnisse aber noch nicht für den Alltagseinsatz geeignet. Wie in dem Bericht im Fachmagazin Nature zu lesen ist, besteht der aktuelle Durchbruch also vor allem darin, dass ein solches KI-Design erstmals in ein kommerzielles Produkt übertragen werden konnte. "Unsere Methode wurde in der Produktion verwendet, um die nächste Generation der Google TPU (Tensor Processing Unit) zu entwerfen", schreiben die Autoren des Papiers unter der Führung von Googles Leiterin der Abteilung ML for Systems, Azalia Mirhoseini.

Nicht nur für Google gut, auch für Moore

Was in der eigenen Arbeit große Fortschritte bringt, wird nach Ansicht der Forscher auch in vielen anderen Bereichen der Chip-Industrie "weitreichende Auswirkungen" haben. Der Leitartikel in Nature sieht hier eine "wichtige Errungenschaft", die der gesamten Branche einmal mehr dabei helfen kann, die vorausgesagten Grenzen des Mooreschen Gesetzes zur periodischen Verdopplung integrierter Schaltkreise zu verschieben.
17 Kommentare lesen & antworten
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2021 WinFuture Impressum Datenschutz Cookies