Corona-Welle in Asien: PC-Branche erwartet Verschärfung der Engpässe

Von Roland Quandt am 10.06.2021 17:32 Uhr
Der PC-Markt leidet seit Monaten unter massiven Engpässen bei diversen Bauteilen und deren Komponenten. Durch den Anstieg der Corona-Infektionszahlen in Taiwan und Malaysia könnte sich die Lage in den kommenden Monaten noch verschärfen, so die Befürchtung der Branche.

Wie der taiwanische Branchendienst DigiTimes berichtet, erwarten die Hersteller weiterhin eine Nachfrage rund um Produkte wie Notebooks, Desktop-PCs und Grafikkarten. Auch bei den Chipfertigern und deren Zulieferern bleibt die Lage angespannt, sind die Kapazitäten doch weiterhin auf lange Sicht ausgebucht. Teilweise sind bereits Bestellungen für das gesamte nächste Jahr und das Jahr 2023 eingegangen, heißt es.

Weil es unter den Mitarbeitern von Zulieferern aus der Chipindustrie in Taiwan und Malaysia einen Anstieg von Covid-19-Infektionen gegeben hat, befürchtet man nun eine weitere Verknappung der ohnehin schlecht verfügbaren Produkte. Während es in Taiwan bisher vor allem die Chipindustrie getroffen hat, leiden in Malaysia die Vertragsfertiger.

Chip- und PC-Lieferkette betroffen

So wurden die von einem größeren Coronavirus-Ausbruch betroffenen Chip-Testing-Werke des Dienstleisters KYEC in Taiwan vorübergehend geschlossen, während alle rund 7300 Mitarbeiter sich Tests unterziehen mussten. Mittlerweile wurden bei Nachtestungen weitere Fälle festgestellt, sodass KYEC weiterhin nicht arbeiten kann.

Das Unternehmen ist der größte Anbieter von Chip-Testing-Dienstleistungen, die von diversen großen Kunden wie Apple, Qualcomm, MediaTek, Nvidia, AMD und Intel in Anspruch genommen werden. Normalerweise stellt KYEC sicher, dass die bei Vertragsfertigern wie TSMC gefertigten Chips die Anforderungen der Kunden erfüllen und übernimmt auch Aufgaben wie etwa das Binning.

In Malaysia sorgen immer wieder notwendige Werksschließungen bei den dort ansässigen Vertragsfertigern wie Wistron und Inventec, die dort sowohl Notebooks als auch Smartphones und andere Elektronikprodukte im Auftrag diverser international bekannter Marken herstellen, für Ausfälle.

So konnten die beiden aus Taiwan stammenden Vertragsfertiger zuletzt nicht die erhofften Stückzahlen für ihre Kunden bauen, da es immer wieder zu Lockdown-Maßnahmen kommt. Dies betrifft unter anderem Notebooks und Desktop-PCs, die wie erwähnt höchst gefragt bleiben.
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