Geld für Lügen: Influencer sollten BioNTech-Impfstoff schlechtmachen

Von Witold Pryjda am 26.05.2021 16:04 Uhr
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Die Welt kämpft derzeit gegen die Pandemie und langsam kommt sie einem Sieg näher. Denn glücklicherweise wird dieses Ziel mit jeder verabreichten Impfdosis realistischer. Doch es gibt diverse Interessen und Bemühungen, die zeigen, dass nicht alle an einem Strang ziehen.

Konkret gibt es Berichte, wonach eine PR-Agentur deutsche und französische YouTuber kontaktiert habe. Wie The Guardian berichtet, wurde den Influencern Geld geboten, damit diese Stimmung gegen Pfizer/BioNTech machen. Die Agentur namens Fazze, die offenbar Kontakte nach Russland hat, soll den Social-Media-Persönlichkeiten Geld geboten haben, wenn die Influencer behaupten, dass die Sterblichkeit beim Pfizer/BioNTech-Impfstoff drei Mal höher ist als bei jenem von AstraZeneca.

YouTuber mit Medizin-Schwerpunkt

Bei den kontaktierten Influencern soll es sich vor allem um YouTuber handeln, die sich mit den Themen Gesundheit und Medizin beschäftigen. Sie sollten die Falschbehauptungen auch auf anderen Plattformen wie Instagram und TikTok veröffentlichen, schreibt Le Monde.

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Die Angesprochenen sollten ihren Abonnenten im klassischen Stil von Verschwörungsmythen mitteilen, dass die "Mainstream-Medien dieses Thema ignorieren" und die Frage stellen, "warum einige Regierungen aktiv den Pfizer-Impfstoff kaufen, obwohl dieser gefährlich für die Gesundheit der Menschen ist?". Die Beteiligten wurden angewiesen, so zu schreiben, als hätten sie "Leidenschaft und Interesse an diesem Thema", Wörter wie "Werbung" oder "gesponsert" sollten hingegen vermieden werden.

Dier Kontaktversuche wurden u. a. vom deutschen Youtuber und Podcaster Mirko Drotschman (1,5 Millionen Abonnenten) sowie seinem französischen Kollegen Léo Grasset bestätigt bzw. öffentlich gemacht. Es ist nicht bekannt, wie viel Geld angeboten wurde, die YouTuber sollten Statistiken über ihre Abonnenten und einen Vorschlag über die Höhe übermitteln.

Laut LinkedIn kommt das Management von Fazze aus Moskau und arbeitet bei einer Seite, die Berichten zufolge von einem russischen Unternehmer gegründet wurde. Was die Beteiligten damit bewirken wollen, ist unklar. Laut französischen Medien gebe es aber Ähnlichkeiten zwischen der Twitter-Seite des russischen Impfstoffs Sputnik V und der Nachricht von Fazze. Womöglich sollte mit der Erwähnung von AstraZeneca kaschiert werden, dass man Stimmung für Sputnik V machen möchte - dieser ist wie jener von AstraZeneca ein Vektor-Impfstoff (Pfizer/BioNTech und Moderna arbeiten mit mRNA).
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