Media Markt und Saturn: Ungeliebtes Online-Geschäft ist die Rettung

Von Christian Kahle am 11.05.2021 16:12 Uhr
Media Markt und Saturn hatten Glück, dass sie kurz vor dem Start der Corona-Pandemie viel in den Aufbau ihres Online-Geschäfts investiert haben. Als die Filialen der Elektronikmärkte flächendeckend schließen mussten, verhinderte dies Schlimmeres.

Bernhard Düttmann, Vorstandschef des Dachkonzerns Ceconomy, erklärte bei der Vorstellung der Bilanzen für das Ende März beendete zweite Geschäftsquartal, dass der letzte Lockdown wesentlich länger und tiefgreifender war als der im letzten Jahr. Aktuell sind noch immer viele Filialen komplett geschlossen. Einige arbeiten mit den so genannten Click and Meet-Terminbuchungen. Anders als einige andere Händler sind diese bei den Kunden der Elektronikketten aber nicht besonders beliebt.

Für die ersten drei Monate des Jahres ging der Umsatz von Media Markt und Saturn so auf 4,3 Milliarden Euro zurück, im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte man noch 4,6 Milliarden Euro verzeichnet. Dass es nicht noch weiter abwärts ging, verdankt Ceconomy dem Online-Geschäft, das erst vor relativ kurzer Zeit vorangebracht wurde. Lange hatte sich das Unternehmen davor gescheut, sich mit den großen Anbietern im Netz anzulegen und setzte da noch voll auf seine stationären Läden.

Kommende Zeit unsicher

Die beiden großen Marken brachten es mit ihren Online-Shops jetzt zu einem Umsatz von 2,1 Milliarden Euro in den letzten drei Monaten. Knapp die Hälfte der Einnahmen wurde also mittlerweile im Netz generiert. Insbesondere im direkten Vergleich der Monate Januar und Februar, die im vorhergehenden Jahr noch nicht von Infektionsschutz-Maßnahmen betroffen waren, zeigte sich der enorme Schwung: Hier verbuchte man bei der Zahl der Online-Kunden dreistellige Zuwachsraten.

Mit Prognosen für die kommende Geschäftsentwicklung ist man bei Ceconomy vorsichtig. Immerhin hängt die Frage, ob und wann die Filialen wieder halbwegs normal arbeiten können, fast komplett von kaum berechenbaren Faktoren ab. Zumindest gelingt es aber inzwischen, das Unternehmen auf der Führungsebene in ein ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Nach diversen Querelen sind die Verhältnisse hier nun weitgehend geklärt und ab dem 1. August übernimmt mit Karsten Wildberger auch ein erfahrener Manager das Ruder an der Konzernspitze.

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