Daan.Tech Bob: Hacker machen Geschirrspüler-Nutzung viel billiger

Von Christian Kahle am 04.05.2021 10:14 Uhr
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Der Hersteller Daan.Tech hat mit seinem kleinen Schreibtisch-Geschirr­spü­ler ein reges Interesse auf sich gezogen. Und Hacker haben nun einen Weg gefunden, damit man den Vorteil der Spülmittelkassette nut­zen kann, ohne in eine Kostenfalle zu tap­pen wie bei Drucker-Tinte.

Denn auch die Bob-Geschirrspüler können mit proprietären Kassetten arbeiten, in denen das Spül­mit­tel geliefert wird. Diese zählen über eine eingebaute Elektronik mit, wie oft bereits ab­ge­wa­schen wurde. Und wenn die Zahl der vorgesehenen Waschvorgänge erreicht ist, muss der Nutzer eine neue Kassette einsetzen, um weiterhin an sauberes Geschirr zu kommen. Es ist zwar auch möglich, einfach auf den originalen Nachschub zu verzichten und ein eigenes Spül­mit­tel zu verwenden, das muss man dann aber bei jedem Spülvorgang selbst einfüllen - die Kassetten hingegen liefern gleich mal Spülmittel für 30 Waschladungen, was gerade in Büros von Vorteil sein kann.

Die Kassetten können aber durchaus für stattliche Kosten sorgen, denn eine neue Kassette mit 30 Einheiten kostet 10 Euro. Zwar ist ein Spülvorgang so zu einem recht überschaubaren Betrag von 33 Cent zu haben, wer aber im Büro zum Mittag und zum Feierabend die Kaf­fee­tas­sen und sonstigen Kleinigkeiten spülen lässt, landet schnell bei einem dreistelligen Betrag im Jahr.

Daan.Tech Bob: Kleiner WLAN-Geschirrspüler mit UV-Desinfektion
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Die Hacker der Gruppe dekuNukem haben daher die Spülmittel-Kassetten unter die Lupe ge­nom­men und sich an dem darin enthaltenen EEPROM abgearbeitet. Nach einigen Code-Ana­ly­sen konnten sie die Zählung der Waschvorgänge dann auch manipulieren. Dafür be­nö­tigt man einen EEPROM-Reader, der allerdings für einen überschaubaren Betrag zu be­kom­men ist.

Enormes Sparpotenzial

Nun benötigte man nur noch ein Spülmittel, das ge­eig­net war, in den Kassetten des Bob-Ge­schirr­spülers ein­ge­setzt zu werden. Und hier kam den Ha­ckern der britische Ver­brau­cher­schutz zugute - denn die Ge­setz­ge­bung sieht dort vor, dass die Zu­sam­men­set­zung aller che­mi­schen Pro­duk­te aus­ge­wie­sen werden muss. Darüber fand man ein geeignetes Ersatz-Pro­dukt, das so günstig ist, dass die Kosten pro Spül­vor­gang auf rund 2 Cent gedrückt wer­den konnten.

Den Code zum Zurücksetzen des Zählers bieten die Hacker nun auf GitHub öffentlich an. Wem es allerdings zu kompliziert ist, sich mit dem gesamten System auseinanderzusetzen, kann bei der Gruppe auch einen so genannten Cassette Rewinder erwerben. Dabei handelt es ich um ein kleines Board, das auf die Kassette gesteckt wird und den Zähler zurücksetzt. Dieses kostet 29,99 Dollar, was sich angesichts der Einsparungen schnell bezahlt machen dürfte.

Siehe auch: Druckertinten-Mafia nach 20 Jahren illegalen Handels ausgehoben
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