Kontroverse um Sony-Spiel im Xbox Game Pass: "Die Liga wollte das so"

Von Witold Pryjda am 07.04.2021 14:12 Uhr
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Die Anzahl der Menschen, die sich in bei uns für Baseball interessiert, dürfte übersichtlich sein, das Drama, das sich derzeit rund um MLB The Show 21 abspielt, ist aber dennoch höchst interessant. Sony will nun den Zorn der Spieler besänftigen - und wäscht seine Hände in Unschuld.

In der Causa MLB The Show 21 geht es im Wesentlichen um die Tatsache, dass Sony ein selbst entwickeltes Spiel auch für den Xbox Game Pass veröffentlicht hat. Das bedeutet konkret: PlayStation-Besitzer, die es spielen wollen, müssen in jedem Fall dafür regulär bezahlen, Xbox Game Pass-Abonnenten bekommen es hingegen ohne zusätzliche Kosten als Teil des "Netflix für Spiele" von Microsoft.

Sony-Spieler zahlen, Game Pass-Nutzer laden es einfach herunter

Das von Sony Interactive Entertainment (SIE) entwickelte Baseball-Spiel hat auch die offizielle Major League Baseball-Lizenz und erscheint am 20. April. Doch während Xbox Game Pass-Besitzer einfach auf Download drücken können, müssen Baseball-Fans auf PS4 oder PlayStation 5 60 bzw. 70 Dollar bezahlen. Viele Sony-Fans sind deshalb außer sich vor Wut, es gab auch Petitionen, die deshalb den Rücktritt von SIE-Chef Jim Ryan fordern.

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Sony versucht die Gemüter zu besänftigen und erklärt die Hintergründe dieses Plattform-Paradoxons. Im Wesentlichen wäscht das Unternehmen seine Hände in Unschuld und gibt der US-amerikanischen Baseball-Profiliga die "Schuld".

Gegenüber Inverse gab der PlayStation-Hersteller folgendes Statement ab: "Als Teil des Ziels für das diesjährige Spiel beschloss die MLB, das Franchise mehr Spielern und Baseballfans näher zu bringen. Diese Entscheidung bietet eine einmalige Gelegenheit, MLB The Show als die führende Marke für Baseball-Videospiele weiter zu etablieren." Sony versucht hier natürlich, seinen Partner bzw. Auftraggeber nicht zu verprellen, denkt man sich das PR-Blabla weg, dann bleibt hier vor allem stehen: "Hey, das ist nicht auf unserem Mist gewachsen."

Der Ärger bzw. Game Pass-Neid der PlayStation-Fans ist aber sicherlich berechtigt: Denn erst im vergangenen Dezember hat Jim Ryan in einem Interview gemeint, dass sich ein Abo-Modell für die PlayStation Studios nicht lohnen würde. Ryan damals: "Für andere, die in einer anderen Situation sind, mag das durchaus Sinn ergeben, aber für uns nicht. Wir wollen unser bestehendes Ökosystem erweitern und wachsen lassen, und neue Spiele in ein Abo-Modell zu stecken, passt einfach nicht dazu."

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