YouTube-Stars täuschen Banküberfall vor - nun folgt die Strafe

Von Nadine Juliana Dressler am 04.04.2021 12:44 Uhr
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Die Zwillinge Alex und Alan Stokes haben mehr als sechs Millionen Follower auf YouTube - und sind dort unter andrem bekannt für ihre (teils sehr schlechten) Scherze. Dazu gehörte auch eine Serie mit inszenierten Banküberfällen, wegen derer sie jetzt vor Gericht standen.

Das berichtet BBC News. Die Brüder hatten sich dabei für ihren YouTube-Kanal selbst bei der Inszenierung einer Reihe von Banküberfällen im Jahr 2019 gefilmt und für eine Menge Wirbel gesorgt. In einem der Fälle hatten sich Alan und Alex Stokes mit Sturmhauben maskiert und sich dann einen Uber-Fahrer als "Fluchtwagen" gerufen. Doch der Fahrer, der nichts von dem Streich wusste, weigerte sich, sie zu fahren. Ein Passant, der den Vorfall mitbekommen hatte, glaubte an einen Überfall auf den Uber-Fahrer und rief die Polizei. Als die Polizei dann eintraf, verhaftete sie zunächst den Fahrer, weil die Stokes-Zwillinge sich bereits aus dem Staub gemacht hatten. Die Polizei hatte den Fahrer mit gezogener Waffe zum Aussteigen gezwungen, die Situation war also recht brenzlig.

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Rücksichtslose Aktionen für den YouTube-Ruhm

"Diese Verbrechen hätten leicht dazu führen können, dass jemand ernsthaft verletzt oder getötet wird", erklärte der Orange County Bezirksstaatsanwalt gegenüber BBC News. "Ein aktiver Banküberfall ist keine beiläufige Polizeireaktion und Polizisten riskierten buchstäblich ihr Leben, um Menschen zu helfen, von denen sie glaubten, dass sie in Gefahr waren. Es ist unverantwortlich und rücksichtslos, dass diese beiden Individuen sich mehr darum kümmerten, ihre Followerzahl im Internet zu erhöhen, als um die Sicherheit dieser Polizeibeamten oder die Sicherheit des unschuldigen Uber-Fahrers, der mit vorgehaltener Waffe aus seinem Auto geholt wurde."

Es drohten 5 Jahre Gefängnis

Der Vorfall wurde zwar schnell aufgeklärt, hat aber ein Nachspiel - die Zwillinge mussten sich jetzt vor Gericht verantworten. Ein Richter in Kalifornien verurteilte die Zwillinge wegen des Vergehens (unter anderem Vortäuschung einer Straftat) zu gemeinnütziger Arbeit und einem Jahr auf Bewährung. Damit sind sie gut davon gekommen, unter anderem auch, da sie sich schuldig bekannten und reumütig zeigten. Für die Streiche hätten ihnen jeweils bis zu fünf Jahre Gefängnis drohen können.

Solche "Scherzvideos" hatten in der Vergangenheit bereits fatale Folgen. Im Februar wurde ein 20-jähriger YouTuber in Nashville erschossen, während er einen "Streich" filmte.

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