TSMC: Mangel an Chips ist laut Vorsitzendem künstlich herbeigeführt

Von Johannes Schaller am 01.04.2021 19:01 Uhr
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TSMCs Mark Liu warnt angesichts der weltweit geplanten Steigerung der Halbleiterfertigung vor Überkapazitäten. Bereits jetzt wäre genug Fer­ti­gungs­ka­pa­zi­tät vorhanden, Probleme seien vielmehr Unsicherheit und Doppelbuchungen. TSMC selbst investiert am meisten in neue Werke.

Der weltweite Halbleitermangel sei schlimmer, als er sein müsste. Schon jetzt wäre mehr als ausreichend Fertigungskapazität vorhanden, um die Nachfrage zu decken. Schuld am ge­gen­wär­ti­gen Dilemma sei die aktuell um sich greifende Unsicherheit und das dadurch bedingte Bestreben von Unternehmen, die eigenen Lager zu füllen - mit mehr Chips als eigentlich be­nö­tigt werden. Mark Liu, Vorstandsvorsitzender der weltweit führenden Taiwan Se­mi­con­duc­tor Manufacturing Company (TSMC), sagt: Die Chip-Knappheit ist hausgemacht.(via Nikkei Asia)

Einer der bedeutendsten Faktoren wäre laut Liu der Handelsstreit zwischen den USA und Chi­na. Als Huaweis Smartphone-Sparte von der internationalen Halbleiterindustrie ausgesperrt wurde, hätten andere Hersteller ihre Bestellungen massiv erhöht.

Internationales Aufrüsten

Außerdem sollen damit einhergehende Um­schich­tun­gen bei Produktions-Aufträgen zu Unsicherheiten bei den Zulieferketten geführt haben, die den Markt ordentlich durch­ei­nan­der­wir­bel­ten. Die weiter anhaltende COVID-19-Pandemie und die dadurch angewachsene Nach­fra­ge nach Elektronikgeräten komme zu al­lem Überfluss erschwerend hinzu. An­de­rer­seits rüsten Chipfertiger jedoch - in den USA und der EU von den Regierungen gefördert - weltweit auf, um ihre Kapazität zu erhöhen. In­tel beispielsweise gab erst vor kurzem be­kannt, 20 Milliarden Dollar in den Ausbau der Halbleiterproduktion zu investieren.

Würde nun jedes Land die vollständige Halbleiter-Eigenständigkeit anstreben, könnte es durch jetzt überstürztes Handeln am Ende zu einem Verlustgeschäft für alle Beteiligten wer­den, warnt Liu. Allerdings will TSMC selbst am meisten Geld von allen Herstellern in die Hand nehmen: In den nächsten drei Jahren sollen rund 100 Milliarden Dollar für neue Pro­duk­tions­stät­ten und die Ausweitung der eigenen Forschung bereitgestellt werden. (via Bloom­berg)

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