'Schande über ZDF': Musk wirft dem ZDF Verdrehung von Tatsachen vor

Von Witold Pryjda am 26.03.2021 14:35 Uhr
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Derzeit entsteht in der Nähe von Berlin die erste europäische Fabrik von Tesla. Die Gigafactory soll viele Arbeitsplätze in der Nähe der Hauptstadt schaffen, doch das Vorhaben hat auch Gegner. Ein zentrales Thema ist der Umweltschutz und aktuell gibt es Streit um einen ZDF-Bericht.

Der Elektroautobauer hat Ende 2019 angekündigt, in der brandenburgischen Grünheide seine weltweit vierte Gigafactory zu errichten. Gegen das Projekt gab es von Anfang an Wider­stand, vor allem Umweltschützer protestieren immer wieder gegen diverse Aspekte der derzeit gebauten Produktionsstätte. Einen nachhaltigen Erfolg konnten sie bisher aber nicht feiern, denn die Bauarbeiten gehen trotz Klagen und ähnlichem ungehindert weiter.

Das weckt auch das Interesse des Fernsehens und so hat sich auch das ZDF der Sache angenommen. Unter dem Titel "Turbo, Tempo, Tesla - Elon Musk in Brandenburg" nimmt der öffentlich-rechtliche Sender das Bauprojekt und den späteren Regelbetrieb unter die Lupe.

Wichtige Infos weggelassen?

Und dabei ist vor allem zum Thema Wasserverbrauch Streit entbrannt. Denn es gibt Befürchtungen und Kritik, dass die Gigafactory zu viel Wasser benötigen wird. Dabei wird im Beitrag auch ein übersetzter Tweet von Tesla-Chef Elon Musk eingeblendet: "Ich glaube, wir müssen ein paar Sachen klar stellen: Tesla wird nicht jeden Tag so viel Wasser brauchen."

Und um diesen Tweet ist nun ein Streit entbrannt, den Musk auf Twitter mit "Wow, Schande über ZDF Info" kommentierte. Das Problem: Das ZDF hat nur einen Teil des Tweets zitiert und den Rest ausgeblendet. Denn im besagten Tweet schreibt Musk auch, dass es zwar möglich sei, dass es Fälle mit "seltenem Spitzen-Verbrauch" geben wird, aber nicht auf täglicher Basis. Außerdem widmet sich Musk dem Thema Wald und verweist darauf, dass der Wald in der Nähe der Gigafactory 4 künstlich angelegt worden sei, und zwar für industrielle Zwecke der Kartonherstellung.

Für das ZDF und die Redaktion von Frontal 21 ist der Rest des Tweets "nicht relevant für den Sachverhalt" gewesen, wie der Deutschlandfunk berichtet. Für Musk und die Tesla-Anhängerschaft ist das hingegen eine bewusste Verdrehung der Tatsachen. Daraufhin holt der Deutschlandfunk zu einem Rundumschlag gegen die allzu "fragwürdige Blog-Szene" zu Tesla aus.
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