Apple verstärkt interne Überwachung als Schutz gegen iPhone-Leaks

Von Roland Quandt am 24.03.2021 21:21 Uhr
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Apple hat erst vor Kurzem rechtliche Schritte gegen einen früheren rang­hohen Manager eingeleitet, weil dieser Firmeninterna verraten haben soll. Jetzt legt man auf Seiten der Fertigung nach und führt neue Richtli­nien ein, die "Leaks" verhindern sollen.

Laut dem Portal The Information hat Apple neue Richtlinien für seine Fertigungspartner erlassen, mit denen man vermeiden will, dass deren Mitarbeiter Informationen über Produkte des US-Computerkonzerns an die Öffentlichkeit gelangen lassen.

Apple veranlasst mit seinen neuen Vorgaben unter anderem, dass die Auftragsfertiger und Zulieferer wie Foxconn und Pegatron künfitg alle Mitarbeiter vor ihrer Einstellung auf eine mögliche kriminelle Vergangenheit überprüfen müssen. Außerdem soll die Zahl der Über­wa­chungs­ka­me­ras in den Werken der Vertragshersteller gesteigert werden.

Teile werden in der Produktion zeitlich genau erfasst

Außerdem versucht Apple mit einer weiteren Änderung dafür zu sorgen, dass während der Produktion keine "Lecks" entstehen. So soll die Nachverfolgung von bestimmten Teilen und Komponenten verbessert werden, um im Fall von Verzögerungen eine interne Sicher­heits­war­nung auszulösen.

Indem man nachverfolgt, wie lange ein Bauteil an einer bestimmten Station im Fer­ti­gungs­pro­zess verweilen darf, will man offenbar dafür sorgen, dass keine Zeit bleibt, in der die Mit­ar­bei­ter der Zu­lie­fe­rer Informationen notieren oder Fotos von unveröffentlichten Pro­duk­ten an­fer­ti­gen kön­nen. Auch Diebstähle sollen so unterbunden werden.

Verschrottung von defekten Teilen wird noch schärfer beobachtet

Apples neue Vorgaben sehen auch vor, dass Wachpersonal in den Werken genau Buch da­rü­ber führt, wie Mitarbeiter bestimmte, wichtige Teile von einem Ort zum anderen bewegen. Au­ßer­dem verlangt Apple, dass die Vertragsfertiger Videos, die die Zerstörung von Pro­to­ty­pen und defekten Bauteilen dokumentieren, für mindestens 180 Tage aufbewahrt werden müssen.

Die Mitarbeiter der Fabriken der Auf­trags­her­stel­ler müssen sich außerdem mit ihrem Per­so­nal­aus­weis identifizieren, wenn sie zur Ar­beit kom­men. Da die Quelle der Infor­ma­tio­nen aus dem Umfeld der indischen Standorte des tai­wa­ni­schen Ver­trags­fer­ti­gers Wis­tron stammt, ist davon auszugehen, dass es bei den neuen Vor­ga­ben auch darum geht, eventuelle Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten bei dem Unternehmen aus der Welt zu schaffen.

Wistron hatte in Indien unter anderem damit zu kämpfen, dass Löhne für diverse Mitarbeiter nicht rechtzeitig gezahlt wurden. Obendrein gab es mehrfach Berichte über höchst fragwürdige Aktivitäten einiger ranghoher Mitarbeiter der Zulieferer, die Komponenten, die eigentlich als Defekt abgeschrieben und somit zur Zer­stö­rung vorgesehen waren, an Dritte verkauft hatten, die diese wiederum als Ori­gi­nal­er­satz­tei­le in Umlauf brachten.
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