Chip-Engpässe: Qualcomm hat Probleme Smartphone-CPUs zu liefern

Von Roland Quandt am 12.03.2021 16:59 Uhr
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Der weltgrößte Smartphone-Hersteller Samsung kann offenbar seine aktuellen Topmodelle nicht in den nötigen Stückzahlen bauen, weil der Chip-Lieferant Qualcomm Schwierigkeiten hat, genügend CPUs für die Geräte zu liefern. Auch andere Anbieter sollen betroffen sein.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei Quellen aus dem Umfeld von Samsung berichtet, kann Qualcomm die große Nachfrage rund um seine Smartphone-Prozessoren auf Seiten des koreanischen Elektronikgiganten aktuell nicht erfüllen. Das Problem soll den Quellen zufolge Samsung-Smartphones aus allen Preissegmenten betreffen.

Zum einen habe Qualcomm Schwierigkeiten, Samsungs Bedarf an Chips für Geräte der unteren und mittleren Preisregionen zu decken. Andererseits gebe es auch Engpässe bei der Verfügbarkeit des neuen Snapdragon 888, der das Herzstück einer Vielzahl von aktuellen High-End-Smartphones mit Android ist. Es blieb aber zunächst offen, ob dies auch die Produktion der aktuellen Galaxy S21-Serie von Samsung ausbremst.

Gerätehersteller schrauben Stückzahlen-Ziele zurück

Qualcomm hatte bereits vor einiger Zeit gegenüber Investoren deutlich gemacht, dass die Nachfrage derzeit die Fertigungskapazitäten übersteigt. Mittlerweile soll es jedoch zu so starken Einschränkungen bei der Verfügbarkeit kommen, dass die Gerätehersteller ihre selbstgesteckten Ziele in Sachen Stückzahlen nicht mehr erreichen können.

So will Reuters von einer Quelle bei einem großen Vertragsfertiger, der für diverse Marken deren Geräte produziert, erfahren haben, dass es einen breiten Mangel an Komponenten aus dem Hause Qualcomm gibt, weshalb der Auftragshersteller die für dieses Jahr geplanten Stückzahlen reduzieren musste.

Offenbar gibt es nicht nur bei den Qualcomm-SoCs selbst Lieferprobleme, sondern auch bei einigen Komponenten, die für ihren Betrieb nötig sind. So soll es unter anderem an Power-Management-Chips und Funk-Transceivern hapern, wobei die Gründe für deren Mangel unterschiedlich sind.

Ein Teil dieser Komponenten wird zum Beispiel von Samsungs eigener Halbleitersparte gefertigt, deren Werk in Texas zuletzt aufgrund eines massiven Wintereinbruchs die Produktion aussetzen musste. Auch beim Snapdragon 888 sind die Probleme teilweise hausgemacht, weil Samsungs Halbleitersparte auch diesen im Auftrag von Qualcomm herstellt.

Zuletzt gab es immer wieder Spekulationen, wonach die Ausbeute bei der Fertigung unter Verwendungs von Samsungs Technologien für den 5-Nanometer-Maßstab nicht optimal sein soll. Unterdessen gibt es auch bei diversen weiteren Komponenten für mobile Endgeräte Engpässe, die wegen der enorm gestiegenen Nachfrage im Markt für Elektronikkomponenten entstanden sind. Die Hersteller versuchen deshalb, sich mit größeren Bestellungen ausreichende Stückzahlen zu sichern, was wiederum zu einer weiteren Verknappung führt, da die Kapazitäten nunmal begrenzt sind.
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