PS5 Controller-Drift: Problem war absehbar, Reparatur ist kompliziert

Von John Woll am 22.02.2021 15:33 Uhr
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In den USA sieht sich Sony schon mit einer Sammelklage konfrontiert, von Reparatur-Experten kommt jetzt der nächste Schlag. Wie iFixit in einer Analyse des PS5 Dual Sense Controllers attestiert, war die Anfälligkeit des Mechanismus für Drift-Fehler absehbar.

Schwer zu lesen, leicht abzusehen

Es dürfte für weiteres Rumoren in der Sony-Führungsebene sorgen: Nachdem in der letzten Woche in den USA eine Sammelklage gegen das Unternehmen wegen des Drifts beim Dual Sense Controller eingereicht worden war - wir hatten berichtet - melden sich jetzt die bekannten und oft zitierten Reparatur-Experten von iFixit mit ihrer Analyse des Problems zurück. Das klare Urteil: "Jeder hätte das kommen sehen können. Der Dual Sense nutzt Joystick-Bauteile von der Stange die für ihre lange Geschichte an voraussehbaren, vermeidbaren Problemen bekannt sind."



Zunächst muss iFixit zum Start des Zerlege-Vorgangs attestieren, dass Sony die Reparatur der Joystick-Hardware nur mit dem großzügigen Einsatz von Lötwerkzeug möglich macht. Neben zwei Kabelverbindungen für den Haptic-Motor müssen insgesamt 15 Lötstellen pro Controller-Stick gelöst werden. Der Fokus der Untersuchung liegt dann aber auf den Potentiometern des Typs "RKJXV", die Bewegungen in Eingaben übertragen.

PlayStation 5 & PS5 Digital Edition

Wie lang ein Controller ohne Fehler funktioniert, liegt natürlich vor allem an Typ und Länge des Gameplays. Basierend auf Messwerten von Call of Duty kommt iFixit aber auf eine "schockierend" niedrige Lebensdauer. Die Bauteile können demnach schon nach "etwas weniger als 400 Stunden" das Ende ihrer vom Hersteller zugesagten Lebensdauer erreichen.

Verschleiß ist schuld

Genau hier liegt dann auch nach Ansicht von iFixit der erste Grund für Drift-Probleme beim Dual Sense Controller: schneller Verschleiß bei den Potentiometern. Darüber hinaus scheint auch die Feder, die den Controller nach Eingaben wieder zentrieren soll, hier ihrer Aufgabe unter bestimmten Umständen nicht mehr richtig nachzukommen. Zu guter Letzt sorgen Plastik-Abrieb sowie Staub und Schmutz von externen Quellen in dem Mechanismus für Fehlerquellen.

Sonys Controller zeigt hier also Probleme, die beim gewählten Aufbau mit Blick auf Gegenwart und Vergangenheit sehr absehbar sind und auch bei anderen Controllern für großen Ärger mit Kunden sorgen - Nintendos Switch ist hier ein sehr prominentes Beispiel. Schon vor über zwei Jahrzehnten hatte beispielsweise Sega bei der Dreamcast auf einen Hall-Sensor und Magneten für Controller-Eingaben gesetzt, der solche Probleme nicht mitbringt - es gäbe also durchaus auch andere Ansätze für den Aufbau.
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