Das ging schnell: Erste Malware für M1-Prozessor von Apple im Umlauf

Von John Woll am 17.02.2021 20:06 Uhr
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Die M1-Prozessorarchitektur bringt für Software-Entwickler große Um­stellungen mit sich, das gilt auch für Macher von Malware. Wenige Mo­nate nach dem Start ist jetzt die erste Schadsoftware aufgetaucht, die für den ARM-basierten M1-Chip maßgeschneidert wurde.

Auch die Malware-Entwickler schaffen die Umstellung auf M1

Apple selbst schreibt in seinem Werbematerial zum M1-Chip, dass man mit der Vorstellung in eine Übergangsphase eingetreten ist, die bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen wird. Mit M1 lässt das Unternehmen die seit 2005 in seinen Rechnern eingesetzte x86-Architektur von Intel hinter sich. Dabei betont man, dass dieser Schritt auch den Vorteil mitbringt, Sicherheit nach eigenen Vorstellungen auf einer deutlich tieferen Hardware-Ebene realisieren zu können. Jetzt zeigt sozusagen die Gegen­seite, dass man schnell auf die Anpassungen reagieren kann. Die erste Malware für M1 ist im Umlauf.

Apple MacBook Pro M1: Schneller und effizienter dank neuem M1-Chip
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Wie Wired schreibt, hat der bekannte Mac-Sicherheits-Spezialist Patrick Wardle am Mittwoch seine Erkenntnisse über die Adware-Erweiterung GoSearch22 für den Safari-Browser - Teil der bekannten Mac-Malware-Familie Pirrit - öffentlich gemacht. Die hat in den vergangenen Wochen eine für den Experten sehr interessante Evolution durchlaufen. War die Malware bisher auf Intel x86-Chips ausgelegt, wurde sie schnell für M1-Prozessoren adaptiert.

Apple M1

"Das zeigt, dass Malware-Autoren sich weiterentwickeln und anpassen, um mit Apples neuester Hard- und Software Schritt zu halten", so Wardle. "Soweit ich weiß, ist dies das erste Mal, dass wir so etwas gesehen haben." Wie der Spezialist weiter angibt, wurde die Malware mit einer Apple Developer ID bereits am 23. November 2020 signiert. Mittlerweile hat Apple die ID zurückgezogen, zu den Erkenntnissen des Sicherheitsexperten bezieht das Unternehmen aber keine Stellung.

Kein Wunder

Der Malwarebytes Mac-Sicherheitsforscher Thomas Reed sieht in der ersten bekannten M1-Malware einen wichtigen Weckruf für sich und seine Kollegen: Schadsoftware, die für den neuen Chip maßgeschneidert wird, sei kein Thema der Zukunft, sondern schon längst hier: "Es war definitiv unvermeidlich - das Kompilieren für M1 kann so einfach sein wie das Umlegen eines Schalters in den Projekteinstellungen", sagt Reed. "Und ehrlich gesagt, bin ich überhaupt nicht überrascht, dass es zuerst in Pirrit passiert ist. Das ist eine der aktivsten Mac-Adware-Familien und eine der ältesten, und sie ändern sich ständig, um der Erkennung zu entgehen."
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