Billige Microsoft-Lizenzen: Deutsche Product-Key-Dealer verschwunden

Von Roland Quandt am 17.02.2021 10:48 Uhr
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Die Geschichte des deutschen Software-Händlers Lizengo geht nun offenbar endgültig zuende. Nachdem das Unternehmen bereits Ende 2020 seine Website nur noch im "Wartungsmodus" vorhielt, ist sie nun komplett offline. Microsofts hartes Vorgehen war damit wohl erfolgreich.

Wie Kollege Günter Born bemerkte, ist Lizengo.de inzwischen gar nicht mehr erreichbar. Der Server gibt derzeit nur noch einen "Error 1016" aus, der vom Betreiber der Seite genutzte Dienstleister Cloudflare reicht also einen DNS-Fehler beim Versuch des Aufrufs des Original-Servers der Website weiter.

Lizengo verkaufte ultragünstige Produktschlüssel aus fragwürdigen Quellen

Lizengo war als Anbieter von extrem günstigen, aber meist funktionierenden Produktschlüsseln für Windows, Office und diverse andere Microsoft-Produkte bekannt geworden. Das Unternehmen geriet mit seinen sehr niedrigen Preisen aber erwartungsgemäß auch schnell ins Visier der Redmonder, die seit Jahren mit Klagen und anderen Maßnahmen gegen die Wiederverkäufer von Volumen- und anderen Unternehmenslizenzen vorgehen.

Die Website von Lizengo war seit Monaten nur noch im Wartungsbetrieb, also im Grunde schon länger nicht erreichbar. Hinter den Kulissen gab es für das Unternehmen eine Menge Ärger, hatte Microsoft doch gegen den Geschäftsführer Tobias Zielke und die Firma geklagt. Dabei warf der Softwarekonzern den Betroffenen immer vor, dass der Handel mit Produktschlüsseln und Lizenzen illegal sei, weil die angebotenen Produkte nicht für den Wiederverkauf vorgesehen seien.

Im November 2020 wurde dann bekannt, dass Lizengo bei den zuständigen Behörden einen Insolvenzantrag gestellt hatte. Nach eigenen Angaben hatte die Firma bis zu 130 Mitarbeiter und ermöglichte den Kauf von Produktschlüsseln sogar über Gutscheinkarten, die an den Kassen der Supermärkte von Edeka zu finden waren.

Im Sommer 2020 erfolgten, wohl auch aufgrund des massiven Drucks von Microsoft, sogar Durchsuchungen durch die Staatsanwaltschaft, bei denen die Ermittler versuchten, in den Geschäftsräumen und am Wohnsitz von Firmenchef Zielke Informationen zu finden, die den Vorwurf des illegalen Handels untermauern würden.

Unterdessen ist auch die Website des ebenfalls auf extrem günstige Microsoft-Lizenzen spezialisierten Lizenzfuchs.de nicht mehr erreichbar, während der Anbieter Tornadosoft weiterhin nur im "Wartungsmodus" ist. Auch in diesen Fällen scheint der massive Druck durch Microsoft also wohl die zumindest von dem Softwarekonzern gewünschten Folgen zu haben.

Legale Quellen für günstige Software-Schlüssel gibt es dabei. MySoftware ist zum Beispiel ein langjähriger Partner, der sowohl Windows-Lizenzen als auch andere Software-Keys für den geschäftlichen und privaten Bereich günstig anbietet.

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