Neue Powerpaste soll Wasserstoff sehr leicht handhabbar machen

Von Christian Kahle am 05.02.2021 07:41 Uhr
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Die Versorgung von Brennstoffzellen mit Wasserstoff erfordert bisher den Einbau von Hochdruck-Tanks in Fahrzeuge. Wissenschaftler haben in Dresden nun aber eine Methode gefunden, wie man auch E-Scooter und Drohnen problemlos mit Wasserstoff betreiben kann.



Wasserstoff-Powerpaste
Die neue Powerpaste

In solchen kleinen Systemen ist die Verwendung der bisherigen Verfahren nämlich keine Option. Denn sie würden schon beim Druckstoß des Tank­vor­gangs Probleme bekommen, wenn Was­ser­stoff mit dem 700-fachen At­mos­phä­ren­druck in die Vorratsbehälter geleitet werden sollte. Statt­des­sen wollen die Forscher vom Fraunhofer-In­sti­tut für Fertigungstechnik und angewandte Ma­te­ri­al­for­schung (IFAM) mit einer sogenannten Po­wer­pas­te für Reaktionsmaterial sorgen.

Diese kann recht einfach hergestellt werden und stünde dann in Kartuschen zur Verfügung, die man in das Antriebssystem stecken würde. Zusätzlich bräuchte man noch einen Tank, der mit normalem Leistungswasser befüllt ist. Wird beides zusammengeführt und punktuell erhitzt, wird Wasserstoff freigesetzt, der dann die Brennstoffzelle in Aktion versetzt.

Hohe Energiedichte

Die Paste basiert auf Magnesium, das bei 350 Grad und fünf- bis sechsfachem At­mos­phä­ren­druck unter Beigabe von Was­ser­stoff zu Ma­gne­si­um­hyd­rid wird. Zu­sätz­lich wird noch Ester und Metallsalz hinzugefügt. Laut den For­schern ist die Energiedichte dabei so hoch, dass sich mit der Powerpaste etwa die gleichen Reich­wei­ten erzielen lassen wie mit der gleichen Menge Benzin. Und sie ist sicher handhab- und lagerbar.

Die Forscher sehen aber nicht nur bei Fahrzeugen Potenzial für den Brennstoff. Im Grunde könnte man damit auch Stromaggregate antreiben, die etwa beim Camping den Strom für Kaffeemaschine und andere Geräte bereitstellen. Ende 2021 will man in Dresden eine Pi­lot­an­la­ge in Betrieb nehmen, die bis zu vier Tonnen Powerpaste im Jahr produzieren kann.

Unklar ist derzeit allerdings noch, wie viel die Paste in der Praxis dann kosten wird. Bereits der normale Wasserstoff ist aufgrund einer hohen Ineffizienz im Vergleich zur direkten Strom­nut­zung via Akku nicht gerade optimal für Massenanwendungen wie den In­di­vi­du­al­ver­kehr geeignet. Insofern bleibt abzuwarten, welche Mehrkosten die Vorteile des Materials mit sich bringen werden.

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