Solar-Energie: Anlagen-Neubau auf Eigenheimen wurde 2020 verdoppelt

Von Christian Kahle am 02.02.2021 15:23 Uhr
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Ein gutes Gewissen fühlt sich gleich noch besser an, wenn es auch noch zu einem immer geringeren Preis zu bekommen ist: Die Zahl der neuen Solaranlagen auf privaten Hausdächern lag 2020 doppelt so hoch wie noch im Vorjahr.

Immer mehr Menschen werden sich darüber bewusst, welche Folgen die begonnene Klimakrise nach sich ziehen kann. Auf der anderen Seite sind die Kosten für Photovoltaik-Anlagen in den vergangenen Jahren massiv gesunken. Das ließ die Solarbranche im vergangenen Jahr massiv boomen. Die privaten Hausbesitzer stehen dabei in vorderster Front.

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt neue 151.700 PV-Anlagen mit einer Leistung von maximal zehn Kilowattpeak (kWp), wie sie im privaten Umfeld normal sind, installiert. Die Gesamtleistung dieser Systeme lag bei 1131 Megawatt, teilte der Bundesverband Solarwirtschaft heute mit. Vor einem Jahr wurden gerade einmal 77.100 neue Anlagen dieser Größenklasse gebaut. Und im bisher stärksten Jahr 2011 gingen 120.000 PV-Anlagen auf Eigenheimdächern in Betrieb, damals summierte sich deren Leistung noch auf 700 Megawatt.

Gebraucht wird viel mehr

Die größeren gewerblichen Anlagen legten hingegen nicht so stark zu. Das lag einerseits an den komplizierteren Planungs- und Bau-Prozessen aufgrund der Pandemie, als auch an den gesunkenen Förderungen. Die installierte Gesamtleistung von PV-Kraftwerken zwischen 10 und 750 kWp stieg um 2887 Megawatt.

Die Fortschritte werden dabei erzielt, obwohl die politischem Rahmenbedingungen nicht gerade ideal sind. In den Niederlanden haben es beispielsweise die privaten PV-Anlagenbetreiber deutlich einfacher, da hier die Abgaben und bürokratischen Hürden deutlich niedriger sind. Dabei wird deutlich mehr Zuwachs benötigt, um die Energiewende stemmen zu können.

Denn um den Rückgang der Energieerzeugung von Kernkraftwerken und Kraftwerken auf fossiler Basis abzufangen, müsste sich das Wachstum des Solarausbaus verdoppeln bis verdreifachen. In der Solarbranche ist man sich sicher, dass dies problemlos möglich ist, wenn wenige politische Hebel umgelegt werden - denn das Interesse an Investitionen in PV-Anlagen aller Größenordnungen übertrifft den aktuellen Zuwachs deutlich.

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