Microsoft Teams: Es werden immer noch weitreichende Daten erfasst

Von Witold Pryjda am 18.01.2021 14:16 Uhr
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Ende 2020 gab es einiges an Aufregung, weil Vorwürfe laut wurden, wo­nach Microsoft bei seiner Büro-Kommunikations-Software Arbeitgebern per "Produktivitäts-Score" diverse Möglichkeiten bietet, Mitarbeiter zu überwachen. Und das Thema ist noch nicht zu Ende.

Microsoft 365 kam Ende November 2020 mit dem so genannten Produktivitäts-Score in die Kritik: Über die Admin-Tools des Cloudpakets des Redmonder Unternehmens war es möglich, weitreichende Informationen über Nutzer abzurufen, darunter zur E-Mail-Nutzung, den Netz­werk­zugriffen, der Beteiligungen an Chats sowie Dokumenten. Der Vorwurf: Unter dem Vor­wand der Produktivitätssteigerung wurde eine Überwachung etabliert.

Microsoft hat den Produktivitäts-Score danach entschärft und versprochen, diese Daten u. a. stärker zu anonymisieren. Damit schien die Sache wieder vorbei zu sein. Doch nun hat sich ZDNet den "Produktivitäts-Score" bzw. genauer gesagt Microsoft Teams noch einmal an­ge­se­hen und kommt zum Schluss, dass die Redmonder damit immer noch eine (zu) de­tail­lier­te Datensammlung ermöglichen.

Microsoft Teams
Durchaus 'beeindruckende' Datensammlung, die Microsoft Teams durchführt

Neuer Ärger

Obwohl Microsoft behauptet, dass die Kunden stets die Kontrolle haben, was an Microsoft über­mit­telt wird, ist die Art und Anzahl der erfassten Daten durchaus erstaunlich. ZDNet hat einen Screenshot veröffentlicht, der einen Teil der erfassten Informationen zeigt. Einiges wie der Nutzername ist nicht weiter erwähnenswert, vieles wirft aber Fragen auf. So trackt Mi­cro­soft ziemlich genau, wie viele Nachrichten der Nutzer an welcher Stelle verfasst und an wie vielen Meetings er oder sie teilgenommen hat.

Einführung in Microsoft Teams
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Problematisch ist hier, dass der Angestellte bzw. Mitarbeiter hier keine Kontrolle darüber hat. Mi­cro­soft verweist darauf, dass man der Über­zeu­gung ist, "dass datengesteuerte Erkenntnisse entscheidend sind, um Menschen und Or­ga­ni­sa­tio­nen zu befähigen, mehr zu erreichen".

Microsoft ließ weiter ausrichten, dass man die Privatsphäre der einzelnen Person natürlich respektiere und berücksichtige. Nur der globale Administrator habe Zugriff auf diese Daten, die nur verraten, wie die Organisation Microsoft Teams nutzt und nichts über deren genauen Inhalte. Ob das die Mitarbeiter beruhigt? Unwahrscheinlich.

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