Exynos 2100 vorn dabei? Samsung stellt das Herz des Galaxy S21 vor

Von Roland Quandt am 12.01.2021 16:08 Uhr
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Der koreanische Elektronikriese Samsung hat heute das "Herz" seiner neuen Top-Smartphones der Galaxy S21-Serie vorgestellt - den Samsung Exynos 2100. Nach der Enttäuschung durch die Vorgänger will Samsung damit die Lücke zu Qualcomm & Co endlich schließen.

Die Erwartungen sind riesig: Samsung musste sich in den letzten Jahren immer wieder massive Kritik anhören, was die Performance der in Europa und den meisten anderen Regionen verwendeten Exynos-SoCs angeht. Oft wurde eine im Vergleich zu niedrige Leistung bei gleichzeitig erhöhtem Energiebedarf kritisiert. Der Exynos 2100 soll all diese Kritik jetzt vergessen machen.

Neuer ARM Cortex-X1-Kern kratzt an der 3-Gigahertz-Grenze

Beim Exynos 2100 setzt Samsung erstmals auf die neue ARM Cortex-X1-Architektur, mit der man in Kooperation mit ARM einen High-End-Core integriert, der durch spezielle Anpassungen mehr Performance liefern soll. Der X1-Kern läuft hier mit 2,9 Gigahertz und taktet damit noch etwas schneller als Qualcomms neuer Top-Chip Snapdragon 888.

Samsung Exynos 2100
Der Exynos 2100 hat erstmals einen ARM Cortex-X1-Kern an Bord

Hinzu kommen drei weitere High-Performance-Cores auf Basis der ARM Cortex-A78-Architektur, die mit 2,8 Gigahertz laufen und ebenfalls für die Erledigung sehr anspruchsvoller Aufgaben dienen. Außerdem sind auch noch vier stromsparende ARM Cortex-A55-Kerne integriert, die mit maximal 2,2 Gigahertz arbeiten und vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn mal nicht das Maximum an Leistung abgefragt werden soll.

Wechsel auf 5nm-Fertigung bringt mehr Leistung bei weniger Energiebedarf

Durch den Wechsel auf einen neuen 5-Nanometer-EUV-Fertigungsprozess, der allein schon für eine im Vergleich zu 7nm-Chips um rund 10 Prozent höhere Leistung bei einer gleichzeitig um 20 Prozent gesteigerten Energieeffizienz sogen soll.

Samsung Exynos 2100
Samsung verspricht mehr als 30 Prozent höhere Leistung

Insgesamt verspricht Samsung eine im Vergleich zum Vorgänger um bis zu 33 Prozent gesteigerte Multicore- und eine um bis zu 19 Prozent gesteigerte Single-Core-Performance. Neben der neuen Architektur sollen auch ein vergrößterter Cache-Speicher, ein verbesserter Scheduler für die Verteilung der Rechenaufgaben an die verschiedenen Kerne und eine effizientere Spannungskontrolle für deutliche Vorteile gegenüber dem Vorgänger-Chip Exynos 990 sorgen.

Neue Mali-G78-Grafikeinheit mit 14 Rechenkernen

Samsung rüstet seinen neuen Top-SoC außerdem mit einer ARM Mali-G78-GPU aus, die in diesem Fall mit 14 Recheneinheiten daherkommt und dadurch eine um bis zu 40 Prozent gesteigerte Grafikleistung mitbringen soll. Durch einen neuen sogenannten Advanced Multi-IP Governor (AMIGO) will Samsung die Grafik-Performance ständig automatisch überwachen und optimieren, um bei möglichst geringer Leistungsaufnahme eine maximale Performance zu erzielen.

Samsung Exynos 2100
Die ARM Mali-G78-GPU des Exynos 2100 hat 14 Recheneinheiten

Zur weiteren Ausstattung des Exynos 2100 gehört auch eine neue Recheneinheit für die Erledigung von Aufgaben aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz. Die Neural Processing Unit soll jetzt 26 TOPS erreichen und damit eine beinahe doppelt so hohe Leistung erreichen als zuvor. Gleichzeitig verspricht Samsung einen stromsparenderen Betrieb. Die NPU soll letztlich dem Nutzer sogar helfen, bessere Fotos zu machen.

Unterstützung für bis zu sechs Kameras und Sensoren mit 200 Megapixeln

Mit dem im Exynos 2100 enthaltenen neuen Bildsignalprozessor will Samsung künftig Kameras mit einer Auflösung von bis zu 200 Megapixeln unterstützen. Der neue Exynos-Flaggschiff-SoC kann mit bis zu sechs Kameras umgehen, von denen vier zeitliche Bilder oder Videodaten liefern können. In Zusammenarbeit mit der NPU soll eine am jeweiligen Motiv orientierte Bildverarbeitung erfolgen.

Samsung Exynos 2100

Samsung gibt außerdem an, dass der neue Chip nicht nur HDR10+ unterstützt, sondern dies auch in 8K-Auflösung und bei 4K-Videos mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde ermöglicht. Wie inzwischen glücklicherweise üblich verfügt der Exynos 2100 auch über ein direkt integriertes 5G-Modem.

5G in Sub-6-GHz- und mmWave-Netzen - LTE mit bis zu 3 Gigabit/s

Laut dem Hersteller erreicht das neue Modem in Sub-6-Ghz-Netzen bis zu 5,1 Gigabit pro Sekunde, während in mmWave-Netzen sogar bis zu 7,35 Gigabit pro Sekunde im Downstream möglich sein sollen. Im Upstream spricht Samsung von bis zu 1,92 Gbps in Sub-6-Ghz-Netzen und bis zu 3,67 Gbps in mmWave-5G-Netzen. Selbst per LTE soll der Chip noch extrem schnell funken: dank LTE Cat.24 mit 8CA sind bis zu drei Gigabit im Downstream möglich.

Zur weiteren Ausstattung gehören die Möglichkeit zur Unterstützung von 4K-Displays mit bis zu 120 Hertz, während bei einer QHD+-Auflösung sogar 144 Hertz erreicht werden können. Außerdem gibt es Unterstützung für LPDDR5-Arbeitsspeicher und UFS-3.1-basierten Flash-Speicher. Welche dieser Features sich bereits in den neuen Galaxy S21-Modellen wiederfinden, sagte Samsung noch nicht offiziell, lässt sich aber durchaus schon unseren Vorabberichten entnehmen.
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