Telekom startet Selfie-Ident: Post-Ident per App binnen zwei Minuten

Von Christian Kahle am 08.01.2021 17:00 Uhr
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Die Deutsche Telekom führt ein neues Verfahren zur Identitätsfeststellung von Kunden ein. Diese wird als Selfie-Ident-Verfahren bezeichnet und soll wesentlich einfacher und schneller funktionieren als die bisherigen Methoden.

Das ganze System funktioniert im Grunde ähnlich wie das schon länger existierende Post-Ident-Verfahren über eine App und die Smartphone-Kamera. Allerdings muss man hier nun keine Videochat-Verbindung mehr mit einem Callcenter-Mitarbeiter herstellen, der dann die verschiedenen Daten und den Ausweis des Nutzers überprüft. Dies erfolgt hier nun vollautomatisch.

Wer sich auf der Webseite des jeweiligen Anbieters für diese Identifizierung entscheidet, wird zum Download oder eben zur bereits installierten App des Dienstleisters Nect geführt. Mit dieser nimmt man ein kurzes Video von sich selbst als Leben­dig­keits­prü­fung auf. Anschließend fotografiert man noch den Personalausweis. Ein KI-System gleicht die auf ihm enthaltenen Informationen und das Foto mit dem Video ab. So kann eine Identifizierung ebenso gut erfolgen wie mit einem anderen Verfahren.

Nect: Selfie-Ident-Verfahren für Ungeduldige
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Schnell und immer verfügbar

Anfangs stand für die sichere Identifizierung nur das Post-Ident-Verfahren zur Verfügung, was mit langen Brieflaufzeiten und Wegen verbunden war. Inzwischen greift man hier auch auf Videochats zurück, was teils aber nur zu Betriebszeiten der beteiligten Callcenter funktionierte. Und eigentlich soll der Personalausweis selbst direkt genutzt werden können, doch nutzen nur die wenigsten User dessen Online-Funktionen.

Die Deutsche Telekom wird das Verfahren unter anderem zur Freischaltung von Prepaid-Karten nutzen, bei denen sich die Nutzer inzwischen auch identifizieren müssen. Zum Start kann neben dem deutschen Personalausweis auch der elektronische Aufenthaltstitel genutzt werden. Die Telekom will außerdem auch Partnern die Beteiligung an dem Service ermöglichen.

Siehe auch: Amazons Gesichtserkennung identifiziert 28 Politiker als Kriminelle
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