Norwegen: Batterie-elektrische Autos erstmals in der Mehrzahl

Von Christian Kahle am 07.01.2021 12:21 Uhr
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Die Umstellung auf Elektromobilität kommt nirgends schneller voran als in Norwegen. Im vergangenen Jahr wurden hier erstmals mehr Elektro-Fahrzeuge neu zugelassen als solche mit Verbrennungsmotor.

Wie der norwegische Verkehrsverband OFV mitteilte, lag der Anteil von Elektroautos unter allen Neuzulassungen im vergangenen Jahr bei 54 Prozent. Ein Jahr zuvor wurden noch 42 Prozent verzeichnet. Es ist gerade einmal zehn Jahre her, dass auch in Norwegen noch ein Stromer-Anteil von unter einem Prozent zu verzeichnen war.

Dieser Anteil umfasst tatsächlich auch nur Autos, die zu hundert Prozent elektrisch unterwegs sind. Hybrid-Antriebe sind nicht enthalten. Diese werden hierzulande von den Automobil-Anbietern gern mit in die Statistik aufgenommen, um die eigenen Elektro-Bilanzen besser aussehen zu lassen.

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Diesel ist der große Verlierer

Der große Verlierer in Norwegen ist der Diesel. Dieser erreichte im Jahr 2011 seinen Hö­he­punkt, als 75,7 Prozent aller neu zu­ge­las­se­nen Fahrzeuge mit diesem Kraftstoff an­ge­trie­ben wurden. Inzwischen ist der Diesel-Anteil auf nur noch 8,6 Prozent zu­sam­men­ge­bro­chen. Der über­wie­gen­de Teil der Fahrzeuge, in denen noch Verbrenner-Technik zu finden ist, sind Hybride verschiedenster Ausführungen. Das am häu­figs­ten zugelassene neue Modell war im letz­ten Jahr der SUV Audi E-Tron. An zweiter Stelle folgte dann der günstigere Tesla Model 3.

Die Basis für diese Entwicklung ist eine konsequente politische Weichenstellung in Richtung Elektromobilität. Norwegen hat schon vor einiger Zeit beschlossen, dass ab dem Jahr 2025 überhaupt keine reinen Verbrenner mehr neu zugelassen werden. Und auch mit Steu­er­ver­güns­ti­gun­gen und anderen Anreizen sorgt die norwegische Regierung dafür, dass mög­lichst zü­gig umweltfreundlichere Alternativen zum Einsatz kommen. Angesichts der ak­tu­el­len Zah­len dürfte es kaum einen Zweifel geben, dass das Verbrenner-Aus in fünf Jahren kei­nes­wegs zu ei­nem harten Bruch führen wird.

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