YouTube: Wenn Upload und Piraterie-Beschwerde von einer IP kommen

Von Christian Kahle am 22.12.2020 08:27 Uhr
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Die Video-Plattform YouTube sieht sich zuweilen mit sehr plumpen Machenschaften der Medienbranche konfrontiert. Das ist auch in einer aktuellen Auseinandersetzung der Fall, bei der Uploads und Copyright-Beschwerden auf eine Quelle zurückgehen.

In einer aktuellen Klage behaupten die Musikerin Maria Schneider und eine Firma namens Pirate Monitor, dass YouTube nicht hinreichend auf Urheberrechtsverletzungen auf seiner Plattform reagiert. Sie fordern außerdem einen weitergehenden Zugang zu der hauseigenen Content-ID-Funktion ein, mit der YouTube nach geschützten Inhalten sucht und diese dann entweder sperrt oder gegen eine Beteiligung der Urheber an den Werbeeinnahmen stehen lässt.

Die Anwälte YouTubes sehen aber keinen Grund, auf die Forderungen der gegnerischen Partei einzugehen - und zwar aufgrund eines ziemlich gestörten Vertrauensverhältnisses. Dieses resultiere nach Angaben des Unternehmens allerdings nicht aus dem Rechtsstreit, sondern aus dem Versuch, mit betrügerischen Methoden einen Erfolg zu erzielen. Man könne belegen, dass von Seiten der Kläger selbst Videos hochgeladen wurden, um dann Copyright-Beschwerden einreichen zu können. Das geht aus einem Bericht des Magazins TorrentFreak hervor.

Seltsame Videos

Schwierigkeiten, diesen Versuch zu enttarnen, gab es dabei kaum. Laut YouTube stieß man beispielsweise auf eine Sammlung von rund 2000 Videos, die im Herbst 2019 hochgeladen wurden. Es handelte sich hier jeweils um Clips von 31 Sekunden Länge, die aus eher unbekannten, ungarisch-sprachigen Filmen stammten. Hochgeladen wurden diese von einem Internet-Anschluss in Pakistan unter jeweils ähnlichen Nutzernamen wie RansomNova11 und RansomNova12.

Noch bevor auch nur ein Abruf verzeichnet wurde, gingen dann schon Copyright-Beschwerden bei YouTube ein. Wundersamerweise stammten diese von einer Person, die den gleichen Rechner oder zumindest den gleichen Internet-Anschluss nutzte wie der Uploader der genannten Videos. Aus Sicht YouTubes ist dies ein ziemlich plumper Versuch, der Plattform ein unzureichendes Engagement zum Schutz der Rechteinhaber zu unterstellen. Wahrscheinlich könnten die Anwälte der Video-Plattform den Spieß sogar umdrehen - denn es ist unwahrscheinlich, dass Pirate Monitor tatsächlich die Nutzungsrechte an den Filmen besitzt, aus denen man die angeblich belastenden Videos herausgeschnitten hat.

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