Fehlfunktion: Telefonica übermittelt falsche Daten an Strafverfolgung

Von Nadine Juliana Dressler am 05.12.2020 18:51 Uhr
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Peinlicher Fehler bei der Datenübermittlung: Der Mo­bil­funk­an­bie­ter Tele­fonica hat über Jahre fehlerhafte Daten an die deu­tschen Straf­be­hör­den weitergegeben. Aufgefallen waren die fal­schen Zeit­stem­pel der Polizei in Bayern.

Das berichtet das Nachrichtenmagazin der Spiegel. Demnach hatte die Polizei in Bayern in einem Ermittlungsverfahren Einblick in Mobilfunkdaten angefordert. Nach einer ersten Kon­trolle war dann aufgefallen, dass mit den Daten etwas nicht stimmen konnte. In einem Schreiben informierten die Beamten das LKA Baden-Württemberg und baten um Über­prüfung beim Mobil­funk­anbieter. Dort stellte man fest, dass seit Mitte 2017 fehlerhafte Daten ausgeliefert wurden. Das Problem konnte dann im November 2020 ausgemacht und behoben werden. Nun gibt es aber ein weiteres Problem: Es könnte sein, dass die falschen Daten Ermittlungs- oder Beweis-relevant waren.

Falsche Ergebnisse produziert

Laut dem LKA wäre es möglich, dass es durch falsche Daten zu einer Entlastung der Ver­dächtigen gekommen sei, und womöglich sind Verfahren so zu Unrecht eingestellt oder mit falschem Ergebnis eingestellt worden. Falsche Daten führten wiederum mit hoher Wahr­schein­lich­keit zu fehlerhaftem Tatort- und Tatzeitbezug. Dementsprechend läuft nun eine Prüfung, inwieweit es Auswirkungen auf laufende oder abgeschlossene Ermittlungs­verfahren gebe.

Das Problem wird sehr ernst genommen

Bei den Behörden nimmt man den Fehler offenbar sehr ernst, schreibt der Spiegel. Man habe das Bundeskriminalamt (BKA) informiert und muss nun weitere Schritte abwarten.

Telefónica habe daraufhin die betroffenen Sicherheitsbehörden und die Bundesnetzagentur über die "technische Fehlfunktion" Anfang Dezember ausführlich informiert, bestätigt Telefónica auf Anfrage des Spiegels. Der Fehler sei laut den Erkenntnissen nur bei ausländischen Mobilnummern in den eigenen 2G- und 3G-Netzen aufgetreten. Da habe Telefonica Datenverbindungen mit falschen Zeitstempeln versehen. Die Zusatzdaten zu Telefonaten und zu SMS seien dagegen korrekt übermittelt worden.

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