Nach Kritik: Schufa-Konto-Einsicht wird von Telefonica nicht fortgeführt

Von Nadine Juliana Dressler am 28.11.2020 22:03 Uhr
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Nach einer Medien-Recherche hatte es viel Kritik um den Plan des Mobil­funkanbieters O2 gegeben, der mit der Schufa und einem Start-up eine neue Kreditwürdigkeitsprüfung gestartet hatte. Dabei ging es um die frei­willige Einsicht in Kontoauszüge.

Doch nun ist das Ganze allem Anschein nach schon wieder vom Tisch. Wie die Nachrichten­agentur dpa berichtet, hat der O2-Mutterkonzern Telefonica die Zusammenarbeit mit dem Schufa-Angebot CheckNow gestoppt. Dabei hieß es nun aber auch, dass die Tests nicht gut gelaufen waren - es klingt so, als sei die Entscheidung ganz unabhängig zu dem Bekanntwerden der neuen Schufa-Prüfung gefallen. "Die Ergebnisse dieses Tests haben unsere Erwartungen leider nicht erfüllt", erklärte Telefonica gegenüber der dpa. "Daher hat Telefónica/O2 heute beschlossen, den Test zu beenden und das "CheckNow"-Verfahren der Schufa nicht mehr länger zu nutzen."

Mit CheckNow wollte die Schufa auf freiwilliger Basis Nutzern die Möglichkeit geben, ihnen Zugriff auf Kontoauszüge zu gewähren. CheckNow wollte dann unabhängig von dem eigentlichen Schufa-Score eine Ermittlung der aktuellen Kreditwürdigkeit, von Zahlungs- und Sparverhalten durchführen, um auch Kunden, die eine "negative Schufa" haben, eine Rückkehr als ein solvent geltender Kunde zu ermöglichen. Wer dabei mitmachte, sollte dadurch die Möglichkeit bekommen, den Kredit-Score zu verbessern.

Viel Missbrauchspotenzial

Die Kritik wurde dann aber nicht nur laut, da es sich dabei um einen weitreichenden Einblick in die Privatsphäre handelt, sondern auch, weil Experten sehr viel Missbrauchspotenzial erkannten. Auch wenn die Schufa erklärte, dass Daten nach Relevanz sortiert gesichtet werden und dann nur kurz gespeichert würden, war der Aufschrei groß. CheckNow hatte einen ersten Praxistest mit O2 gestartet, doch das war bis zu der Recherche von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung nahezu unbekannt.
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