Irrer Tesla-Crash: Unfall mit Model 3 lässt Akkuzellen in Häuser fliegen

Von Roland Quandt am 20.11.2020 14:49 Uhr
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In dieser Woche ereignete sich in den USA ein spektakulärer und wohl nicht weniger gefährlicher Unfall mit einem Tesla Model 3, bei dem einzelne Zellen des Akkus des Elektroautos durch die enorme Wucht des Aufpralls sogar durch Fenster von umstehenden Häusern flogen.

Wie die Polizei von Corvallis im US-Bundesstaat Oregon berichtet, verunfallte ein Elektroauto vom Typ Tesla Model 3 in der Stadt am Dienstag so heftig, dass das eigentlich hermetisch versiegelte Akku-Paket des Fahrzeugs aufriss. Durch enorme Kräfte, die während des Unfalls wirkten, wurden zahlreiche Akkuzellen aus dem Wagen geschleudert und landeten nicht nur in direkter Umgebung.

Tesla-Unfall in Corvallis, Oregon

Einzelne Zellen landeten auch in Häusern. Einer der Akkus flog durch ein Fenster und landete auf einem Bett, das sich daraufhin entzündete. In einem weiteren Fall flog einem Nachbarn der Unfallstelle eine der Akkuzellen bis in den Schoß. Verletzte gab es abgesehen vom Fahrer des Teslas aber wohl keine.

Der Fahrer des Tesla Model 3 war in dem Wohngebiet nach Angaben der Polizei mit über 160 km/h unterwegs, als er die Kontrolle über das Auto verlor und von der Straße abkam. Das Fahrzeug fällte im Anschluss zwei Bäume, ließ einen Stromleitungsmast umstürzen und traf auch noch einen Telefonverteiler. Erst dann kam der Wagen endgültig zum Stehen. Der Fahrer konnte sich angeblich mit geringfügigen Verletzungen aus dem Wagen befreien und begab sich zu Fuß auf die Flucht.

Die Person wurde später drei Straßenzüge weiter gefasst und muss sich nun unter anderem wegen des Verdachts des Führen eines Fahrzeugs unter dem Einfluss von Cannabis verantworten. Der Tesla wurde bei dem Unfall vollkommen zerstört, wobei sich die Frage stellt, wie die einzelnen Akkuzellen sich aus dem Akkupaket lösen konnten, da sie beim Model 3 eigentlich mit Epoxidharz verklebt sind.

Nach Angaben der Polizei verbrachte man drei Stunden damit, weitere Akkuzellen im Umfeld des Crashs einzusammeln. Die Behörden forderten die Menschen in der Umgebung auf, unbedingt auf Akkuzellen zu achten, da man nicht alle einsammeln konnte. Dem Vernehmen nach können die Zellen des Tesla-Akkus auch bis zu 24 Stunden nach dem Unfall noch immer in Brand geraten und Gase austreten lassen.

Die Wucht des Aufpralls muss enorm gewesen sein, da die Polizei meldete, dass sich eines der Räder des Tesla vom Fahrzeug löste und im zweiten Stockwerk eines Apartmenthauses einschlug. Dabei wurden Wasserleitungen in der Wand so stark beschädigt, dass sie brachen und letztlich auch das darunterliegende Stockwerk fluteten.
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